Welche Treppe passt zu meinem Haus: Tipps zum Sanieren, Modernisieren & Renovieren
In diesem ersten Sanierungsvideo von Sanierungsexperte sprechen der Moderator und seine Kollegin Sara über das Thema Treppen. Viele Bauherren, die eine ältere Immobilie kaufen, möchten den Grundriss an ihre Bedürfnisse anpassen – dabei spielt die Treppe eine zentrale Rolle. Das Video stellt die gängigsten Treppenarten vor und erklärt, wie sie sich auf Planung, Grundriss und Budget auswirken.
Die wichtigsten Aussagen auf den Punkt
- Treppe Nr. 1 – Einläufige gerade Treppe Die beliebteste Treppenform, aber sehr platzintensiv: Sie benötigt mindestens 6,50 m Länge und eignet sich vor allem für großzügige Grundrisse. Bei kompakten Häusern ist sie oft nicht die erste Wahl. Als Designelement mit Glasgeländer und indirekter Beleuchtung kann sie optisch ein Highlight sein, erfordert aber ein entsprechendes Budget (ggf. fünfstelliger Aufpreis).
- Treppe Nr. 2 – Viertelgewendelte Treppe Eine Mischung aus gerader und gewendelter Treppe – platzsparender als die einläufige, aber trotzdem komfortabel zu begehen. Besonders häufig in kompakten oder schmalen Häusern wie Doppelhäusern anzutreffen. Der Raum unter der Treppe lässt sich z. B. als Gäste-WC oder Lagerfläche nutzen.
- Treppe Nr. 3 – Halbgewendelte Treppe Extrem platzsparend (ca. 3,5–4 m²), aber steiler und schwieriger zu begehen. Nicht ideal für ältere Personen oder Treppenlifte. Bei der Sanierung können Fenster im Treppenhaus entfernt und durch Dachflächenfenster ersetzt werden, um Tageslicht zu erhalten und Platz für einen späteren Treppenlift zu schaffen.
- Treppe Nr. 4 – Podesttreppe Die zweitbeliebteste Treppenform: komfortabel durch den Zwischenpodest, geeignet für ältere Personen und Treppenlifte. Der Raum unter der Treppe eignet sich ideal als Speisekammer, Garderobe oder Technikraum. Technikräume sollten heute mindestens 10 m² groß eingeplant werden.
- Treppe Nr. 5 – Doppelpodesttreppe Großzügige Treppenform mit zwei Podesten und einem weiten Treppenauge – ideal für größere Häuser und als gestalterisches Element. Das Treppenauge bietet Platz für einen Aufzug oder Lift. Wichtig: Ein Lift benötigt keine regelmäßige Wartung, ein Aufzug hingegen schon. Bei historischen Häusern empfiehlt es sich, diese Treppenform zu erhalten oder originalgetreu zu restaurieren.
- Schallschutz und Materialwahl Betontreppen bieten deutlich besseren Schallschutz als Holztreppen und müssen immer entkoppelt – also mit bewusstem Abstand zur Wand – eingebaut werden. Betontreppen können nachträglich mit Holz, Fliesen oder anderen Belägen versehen werden.
- Treppe während der Bauphase schützen Neue Treppen sollten während der gesamten Bauphase gut eingepackt bleiben. Schäden durch Handwerker sind schwer zuzuordnen und können zu kostspieligen Streitigkeiten führen. Mängel sollten erst bei der Übergabe gemeinsam mit einem Gutachter protokolliert werden.
- Grundsatzempfehlung bei der Sanierung Im Zweifel sollte man die vorhandene Treppenform beibehalten, da ein Umbau extrem aufwendig ist und das gesamte Raumkonzept im Ober- und Dachgeschoss beeinflusst. Wer eine andere Treppenform wünscht, sollte dies frühzeitig mit dem Architekten besprechen und ausreichend Budget einplanen.
Zusammenfassung
Das Video gibt einen umfassenden Überblick über die fünf gängigsten Treppenarten und deren Vor- und Nachteile im Kontext von Sanierung und Neubau. Die einläufige Treppe ist zwar beliebt, aber sehr platzintensiv. Kompaktere Alternativen wie die viertel- oder halbgewendelte Treppe sparen Fläche, haben aber Einschränkungen beim Komfort. Die Podesttreppe gilt als guter Kompromiss, während die Doppelpodesttreppe vor allem in größeren Häusern punktet.
Wichtige Praxistipps: Treppe während der Bauphase schützen, Schallschutz durch Entkoppelung beachten, Technikraum großzügig planen (mind. 10 m²) und den Raum unter der Treppe clever nutzen. Grundsätzlich empfiehlt sich, die bestehende Treppenform bei einer Sanierung beizubehalten, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Weitere Experten, Architekten, Planer und Gutachter sind über www.sanierungsexperte.net erreichbar.