Sperrholz biegen leicht gemacht – Methoden für Heimwerker & Profis
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Tobias Beuler
- Februar 9, 2026
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Durch gebogenes Sperrholz bekommen viele Möbelstücke nicht nur ein glattes, sondern auch perfektes Aussehen. Besonders im Möbelbau wird gebogenes Sperrholz eingesetzt, um individuellen und eleganten Möbeln eine besondere Form zu verleihen. Das Biegen des Sperrholzes kann mit verschiedenen Tricks auch vom Heimwerker durchgeführt werden. Dabei sind einige wichtige Aspekte zu beachten. Mit dem folgenden Artikel möchten wir Heimwerkern und auch Profis Fragen rund um das Thema beantworten.
Schnelleinstieg: Die wichtigsten Punkte
Die physikalischen Grundlagen des Sperrholz Biegens: Durch Feuchtigkeit oder Hitze wird der natürliche Klebstoff des Holzes, Lignin, weich, sodass das Sperrholz sich verformen lässt. Nach dem Abkühlen wird das Lignin wieder fest und die Verformung bleibt dauerhaft erhalten.
Einflussfaktoren auf die Biegbarkeit des Holzes: Neben der Holzfeuchte sind dies die Holzstärke, der Faserverlauf sowie die Temperatur und die Dauer des Biegevorgangs.
Die verschiedenen Methoden des Sperrholz Biegens: Zu den Möglichkeiten zählen das Dampfbiegen, die Wassermethode, die Wärmemethode, die Kerfschnitt-Technik sowie der Einsatz von speziellem Biegesperrholz.
Grundlagen: Wie funktioniert das Biegen von Holz?
Das Biegen von Holz beruht auf physikalischen Prinzipien: Feuchtigkeit und Hitze machen das im Holz enthaltene Lignin weich, wodurch sich das Material verformen lässt. Beim Abkühlen wird das Lignin wieder fest, und das Holz behält seine neue Form. Besonders wichtig für das Gelingen sind die Holzfeuchte, die Faserrichtung und die Dicke des Werkstücks. Mehr zu diesen Einflussfaktoren lesen Sie in den nächsten Abschnitten.
Welche Sperrholzarten lassen sich gut biegen?
Je nach Art des Sperrholzes ist ein anderes Biegeverhalten zu beobachten. Für das Biegen eignen sich bestimmte Sperrholzarten am besten – die Auswahl des besten Materials ist entscheidend für ein optimales Ergebnis. Wir haben uns diese näher angeschaut.
Biegesperrholz (Spezialprodukt): Dies ist speziell für das Biegen ausgelegt und lässt sich somit auch in engeren Radien formen.
o Extrem flexible Furnierlagen: Ideal für Rundungen sind hierbei zum Beispiel Ceiba-Biegesperrholz, welches aus kreuzweise verleimten Ceiba-Furnierlagen besteht und auch bei engen Radien gebogen werden kann. Speziell entwickelte flexible Recoflex Spanplatten lassen sich auch bei komplexeren Kurven gut biegen. Biegesperrholz aus Fuma eignet sich sehr gut für gebogene Oberflächen.
o Lässt sich ohne Dampf biegen: Soll auf Dampf verzichtet werden, dann muss die Oberfläche mit einer Sprühflasche angefeuchtet werden, um zum Beispiel das MDF flexibler zu machen.
Pappelsperrholz: Sehr leicht, gut biegsam, aber weniger stabil
Flexibilität: Aufgrund seines geringen Gewichts ideal für Projekte mit gebogenen Formen.
Anwendungen: Für den Innenausbau, Modellbau und für kreative Bastelarbeiten.
Dünne Platten: Mit der Dicke des Holzes nimmt die Biegbarkeit ab.
Birkensperrholz: Lässt sich gut biegen. Dabei ist es stabil und langlebig.
Dünne Platten: Dünne Sperrholzplatten bis 4 mm lassen sich einfach biegen.
Befeuchten: Das Birkensperrholz sollte mit Wasser befeuchtet werden, damit es sich einfacher biegen lässt.
Dampfen: Durch Wasserdampf wird das Biegen einfacher.
Buchensperrholz: Insbesondere dünne Platten lassen sich sehr gut biegen.
Biegsamkeit verbessern: Durch das Befeuchten mit Wasser oder das Bedampfen lässt sich die Biegsamkeit verbessern.
Tipp: Wenn möglich, dünne Sperrholzplatten verwenden und mit Wasser oder Dampf arbeiten. Um den Biegeradius zu verringern, kann die Oberfläche der Platten in regelmäßigen Abständen eingesägt werden. Nach dem Biegen sollten die Platten mit Schrauben fixiert werden, bis sie vollständig getrocknet sind. Sehr kleine Biegeradien können zu Haarrissen an der Oberfläche führen.
Welche Methoden gibt es zum Sperrholz biegen?
Es gibt die verschiedensten Methoden zum Sperrholz biegen. Mit diesen Techniken lassen sich gebogene Teile aus Sperrholz herstellen, die für unterschiedliche Anwendungen geeignet sind. Zum besseren Verständnis haben wir uns diese genauer angeschaut. Weitere Informationen dazu bietet die Website von Fertighausexperte.
Sperrholz biegen mit Dampf (Dampfbiegen)
Prinzip: Das Dampfbiegen ist die gebräuchlichste Methode, da sie sich auch sehr gut für die Bearbeitung von massivem Holz eignet.
Wasserdampf macht Holzfasern elastisch: Die Holzfasern werden durch den Wasserdampf elastisch. Wichtig dabei ist eine Temperatur von mindestens 93 Grad Celsius.
Nach dem Abkühlen bleibt Form stabil: Das gebogene Holz muss dazu in der Form fixiert und vollständig getrocknet werden. Hilfreich dabei ist ein sogenanntes Biegeband.
Vorgehen: Ideal ist ein luftgetrocknetes Holz mit möglichst geradem Faserverlauf und einem hohen Feuchtigkeitsgehalt.
Dampfbox oder Dampfgenerator: Das Sperrholz wird in den Dampfbehälter gelegt. Die Temperatur muss mindestens 93 Grad Celsius betragen.
Dampfdauer: Das Sperrholz muss 30 bis 60 Minuten pro 2,5 cm Dicke bedampft werden.
Biegen: Nach dem Bedampfen muss das heiße Holz zügig in Form gebracht und fixiert werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Enden des Sperrholzes korrekt an der Biegeform anliegen und fixiert werden, damit die gewünschte Biegung über die gesamte Länge erhalten bleibt.
Vorteile:
Es wird eine gleichmäßige Biegung sowie eine stabile Form erreicht. Die Methode eignet sich sowohl für Massiv- als auch für Sperrholz.
Nachteile:
Das Holz tendiert dazu, sich seine ursprüngliche Form wieder anzunehmen. Bei zu starken Biegen oder zu wenig Dampf können die Holzfasern brechen. Des Weiteren ist das Dampfbiegen inklusive dem Trocknen sehr zeitaufwändig.
Sperrholz biegen durch Feuchtigkeit (Wassermethode)
Bei dieser Methode haben Heimwerker die Wahl zwischen, das Holz ins Wasser einlegen oder mit feuchten Tüchern bedecken.
Methode für dünne Platten: Diese Methode ist ideal für dünne Platten bis zu einer Stärke von 5 mm.
Vorgehen:
Wasserbad: Dazu werden die Sperrholzplatten für eine bestimmte Zeit in Wasser eingeweicht. Sobald das Holz flexibel genug ist, lässt es sich über eine Form biegen und mit Schraubzwingen fixieren. Um die gewünschte Biegung während des Trocknens zu erhalten, kann das gebogene Sperrholz zusätzlich mit Klemmen an der Form befestigt werden.
Feuchte Tücher: Auf dünnen Sperrholzplatten werden beidseitig feuchte Tücher aufgebracht, die so lange darauf verbleiben, bis die Platte sich biegen lässt. Im Anschluss daran kann diese mit einem Bügeleisen getrocknet und bis zur vollständigen Trocknung beschwert werden.
Wichtig:
Gleichmäßige Feuchtigkeit: Dadurch wird das Sperrholz flexibler. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass das Sperrholz nicht zu nass wird, da die Leimschichten aufweichen könnten, was wiederum die Stabilität des Holzes beeinflusst.
Trocknung: Der feuchte Bereich sollte mit einem Bügeleisen getrocknet und anschließend beschwert werden, um die Form zu fixieren und eine Rissbildung zu vermeiden.
Ergebnis:
Mit dieser Methode sind leichte Krümmungen möglich. Wichtig ist, dass sie sich nicht für enge Radien eignet.
Sperrholz biegen mit Wärme (Heißluft / Heizlampe)
Die Verwendung von Hitze durch Heißluft oder einer Heizlampe ist eine der alternativen Varianten, welche speziell auf dünnem Sperrholz oder für bestimmte Biegearbeiten angewandt wird.
Geeignet für: Nicht nur für sehr dünnes Sperrholz, sondern auch zum punktuellen oder schnellen Biegen, um eine präzise Formgebung zu erreichen, ohne dass die Fasern beschädigt werden.
Vorgehen:
Holz gleichmäßig erwärmen, indem es über eine hitzeführende Fläche geführt oder mit Heißluftpistole bzw. Heizdraht erwärmt wird.
Temperatur: Ideal ist eine Temperatur zwischen 350 und 400 Grad. Dabei ist es wichtig, das Material langsam und gleichmäßig über eine Form zu biegen.
Achtung: Beim Trocknen kann ein zu heißes Bügeleisen das Holz zu schnell trocknen, sodass es erneut angefeuchtet werden muss. In Form fixieren, bis es abgekühlt ist
Tipps:
Nicht zu stark erhitzen: Nicht über die erwähnte Höchsttemperatur gehen, da es ansonsten zu Verbrennungen oder einer Delaminierung (Furnier löst sich ab) kommen kann.Vorteil:
Vorteil: Die Vorgehensweise ist schnell, sauber und eignet sich sehr gut für kleine Werkstücke.
Sperrholz durch Einsägen biegen (Kerfschnitt-Technik)
Diese Methode eignet sich sehr gut für dickere Platten und ist nur für Heimwerker geeignet, die über ausreichend handwerkliches Geschick verfügen.
Kerfschnitt-Technik für dickere Sperrholzplatten
Vorgehen:
Mit einer Kreissäge oder einer Laubsäge werden Schlitze (Kerben) in regelmäßigen Abständen in die Platte gesägt.
Die Schnitttiefe darf dabei die Dicke des Materials nicht überschreiten.
Die Schnittlinien sollten möglichst entlang der Faserrichtung verlaufen.
Nach dem Sägen kann der Werkstoff in die gewünschte Form gebogen werden.
Die Kerben werden mit Leim gefüllt, um die Biegung zu stabilisieren.
Zum Schluss wird der Werkstoff mit Schraubzwingen fixiert, bis der Leim vollständig getrocknet ist.
Nach Biegung kann die Rückseite verspachtelt oder verleimt werden.
Anwendung:
Optimal für den Innenausbau sowie für gebogene Möbelteile.
Vorteil:
Es handelt sich um eine einfache Methode, die insbesondere für dickere Sperrholzplatten geeignet ist. Durch die regelmäßigen Einschnitte lassen sich präzise Biegeformen erzielen.
Nachteil:
Das Sperrholz wird durch die Einschnitte strukturell geschwächt, was die Belastbarkeit und Stabilität des Bauteils beeinträchtigen kann. Durch die Einschnitte kann eine unschöne Oberfläche entstehen, die nachgearbeitet werden muss.
Biegesperrholz (industriell gefertigt)
Gemeint ist spezielles Biegesperrholz, welches in jedem Baumarkt erworben werden kann.
Fertigprodukt: Das industriell gefertigte Biegesperrholz besteht aus speziellen Furnierlagen, die bereits im Zuge der Fertigung auf das Biegen vorbereitet werden.
Einfache Handhabung: Die Handhabung ist sehr einfach, denn es reicht das Biegen per Hand mit sehr geringer Kraftanstrengung aus.
Ideal für:
Biegesperrholz eignet sich sehr gut für Thekenverkleidungen, Möbel, Rundwände oder für spezielle Möbelstücke, die gebogen werden müssen.
Vorgehen:
Nach dem in Form biegen wird das Biegesperrholz fixiert, verklebt und nach dem Vollständigen eventuell mit einem Furnier versehen.
Vorteil:
Die Arbeit geht leicht von der Hand und ist schnell, da keine zusätzliche Feuchtigkeit oder Wärme nötig ist.
Welche Werkzeuge & Hilfsmittel werden benötigt?
Es kommen die unterschiedlichsten Werkzeuge und Hilfsmittel zum Einsatz. Je nach Methode sind zusätzliche Werkzeuge erforderlich. Vor Beginn der Arbeiten sollten alle benötigten Werkzeuge und Hilfsmittel bereitgelegt werden, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Mehr zu den Utensilien erfahren Heimwerker auf der Website von Fertighausexperte.
Für Dampfmethoden: Es werden eine Dampfbox, ein Dampfgenerator, eine Dampfkammer oder ein einfaches Dampfbecken (einfacher Behälter) benötigt. Zusätzlich erforderlich ist ein Thermometer, um die Temperatur während des Aufweichens des Holzes zu überwachen.
Für Trockenmethoden: Essenziell wichtig sind hierbei Schraubzwingen, Holzformen, Gummiriemen oder auch Spanngurte, um den Werkstoff in Form zu bringen und zu stabilisieren.
Für Wärme: Hier wird neben der Heißluftpistole, einer Heizlampe oder speziellen Heizröhren eine spezielle Schutzkleidung benötigt, damit es nicht zu Verletzungen durch die Wärme kommen kann. Des Weiteren sind die Arbeiten nur in gut belüfteten Räumen oder im Freien durchzuführen.
Für Einsägen: Neben einer Laubsäge oder einer Bandsäge kann auch eine Tischkreissäge mit Tiefenanschlag genutzt werden.
Hilfsmittel:
Formschablonen aus MDF oder Multiplex: Diese geben die endgültige Form vor.
Schraubzwingen / Gurte zum Fixieren: Diese sind wichtig, um nach dem Formen die Sperrholzplatten während des kompletten Trockenvorgangs zu stabilisieren.
Holzleim und Schrauben zur Stabilisierung: Wird speziell bei der Kerfschnitt-Technik benötigt, um die Kerben mit Leim zu füllen und anschließend zu fixieren, bis dieser getrocknet ist.
Was muss bei Formenbau & Fixierung beachtet werden?
Bereits vor dem Biegen von Sperrholz müssen die Materialeigenschaften wie Dicke und Faserrichtung beachtet werden. Ebenso wichtig sind die verschiedenen Vorbereitungen für Einweichen, Dämpfen und Ähnliches sowie die endgültige Fixierung mit Spanngurten, Schraubzwingen usw.
Fixierung: Das gebogene Sperrholz fest auf eine Form spannen und mit Schraubzwingen, Spannbändern.
Trockenzeit:
Diese muss so exakt wie möglich eingehalten werden und kann je nach Dicke und Methode zwischen 24 und 48 Stunden dauern.
Wichtig:
Gleichmäßiger Druck: Dies ist besonders wichtig, damit es nicht zu Rissen in der Oberfläche bzw. den Schichten kommt.
Keine Überbiegung: Ist dies der Fall, kann es nicht nur zu unschönen Haarrissen, sondern auch zum Bruch der Platte kommen.
Umgebungsbedingungen: Sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit müssen möglichst konstant gehalten werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.
Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen beim Sperrholz biegen
Beim Biegen von Sperrholz steht nicht nur das handwerkliche Geschick im Vordergrund, sondern auch die Sicherheit sollte stets oberste Priorität haben. Gerade beim Dampfbiegen, einer beliebten Methode für das Verformen von Holz, ist besondere Vorsicht geboten: Der heiße Dampf im Behälter kann schnell zu Verbrennungen führen, wenn man unachtsam arbeitet. Deshalb empfiehlt es sich, immer geeignete Schutzkleidung wie hitzebeständige Handschuhe und eine Schutzbrille zu tragen. Auch beim Umgang mit Werkzeugen wie Bandsäge oder Kreissäge ist Aufmerksamkeit gefragt – ein sicherer Stand, das richtige Führen des Werkstücks und das Einhalten der Bedienungsanleitung der Maschinen sind unerlässlich, um Verletzungen und das ungewollte Brechen des Holzes zu vermeiden.
Achten Sie darauf, den Biegeradius des Sperrholzes nicht zu unterschätzen: Zu enge Radien können dazu führen, dass das Material reißt oder splittert. Informieren Sie sich vorab in einem Artikel oder einer Anleitung über die spezifischen Eigenschaften des verwendeten Sperrholzes und die empfohlenen Biegeradien. Während der Arbeit sollte das Werkstück stets sicher fixiert werden, damit es beim Biegen nicht verrutscht und Sie die volle Kontrolle behalten. Besonders beim Dampfbiegen ist es ratsam, den Dampfbehälter nie unbeaufsichtigt zu lassen und für eine gute Belüftung des Arbeitsbereichs zu sorgen. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen steht einem sicheren und erfolgreichen Biegen von Sperrholz nichts im Wege.
Wie sehen Nachbehandlung & Stabilisierung aus?
Für ein ansprechendes und dauerhaftes Ergebnis müssen die folgenden Punkte beachtet werden.
Nach der Trocknung: Die Oberfläche muss gleichmäßig geschliffen werden. Im Anschluss daran kann sie versiegelt oder lackiert werden.
Rückseite: Auf Wunsch kann diese mit Verstärkungsleisten zur besseren Stabilität und Haltbarkeit versehen werden.
Bei Kerfschnitt: Die Kerben (Einschnitte) müssen mit Leim und Spachtel gefüllt und verschlossen werden.
Prüfung auf Rückverformung: Nach dem Trocknen ist zu prüfen, ob es eventuell zu einer Rückverformung kommt. Ist dies der Fall, dann sollte nachfixiert werden.
Was sind die häufigsten Fehlerquellen & was sagt der Profi dazu?
Dazu zählen das Reißen oder Brechen der Platten. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Zu schnelles Biegen → Es kommt zu unschönen Rissen.
Zu trockene Platten → Im schlimmsten Fall können die Platten brechen.
Falsche Biegerichtung → Das Biegen quer zur Hauptfaserrichtung erfordert nicht nur mehr Kraft, sondern es erhöht auch das Risiko, dass die äußere Furniere reißen.
Überhitzung → Die einzelnen Furnierschichten können sich ablösen und somit die Platte unbrauchbar machen.
Tipp: Wer sich zum ersten Mal an das Sperrholz biegen herantraut, der sollte an Reststücken testen, wie das Material sich verhält und wo es zu Fehlern bei der Ausführung kommen kann.
Anwendung von gebogenem Sperrholz – Inspiration & Praxisbeispiele
Gebogenes Sperrholz eröffnet im Möbelbau und im kreativen Holzdesign nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Ob elegante Stuhlbeine, geschwungene Tischplatten oder formschöne Regale – mit der richtigen Technik lassen sich beeindruckende Formen und Radien realisieren, die jedem Raum das gewisse Etwas verleihen. Besonders beliebt ist das Dampfbiegen, da es ermöglicht, auch komplexe Kurven und enge Biegeradien zu erzielen, die mit herkömmlichen Methoden kaum machbar wären. Holzarten wie Buche, Esche, Eiche oder Ulme eignen sich hervorragend für diese Technik, da sie sich gut biegen lassen und nach dem Abkühlen eine hohe Stabilität aufweisen.
Ein inspirierendes Beispiel aus der Praxis ist die Herstellung von Designerstühlen aus gebogenem Buchen- oder Eschensperrholz, bei denen die natürliche Maserung des Holzes die Form zusätzlich betont. Mit ein wenig Erfahrung und den richtigen Tricks – etwa der optimalen Vorbereitung des Holzes und der sorgfältigen Fixierung während der Trocknungsphase – können auch Heimwerker beeindruckende Ergebnisse erzielen. Die Formverleimung spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sie sorgt dafür, dass das Werkstück dauerhaft seine gebogene Form behält und eine hochwertige Oberfläche erhält. Wer sich an das Biegen von Sperrholz wagt, kann mit modernen Werkzeugen und klassischen Handwerkstechniken einzigartige Möbelstücke schaffen, die sowohl funktional als auch dekorativ sind. Lassen Sie sich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten inspirieren und entdecken Sie, wie viel Spaß das Arbeiten mit gebogenem Holz machen kann!
Fazit
Sperrholz lässt sich mit den unterschiedlichsten Methoden biegen. Für Heimwerker sind die Methoden mit Wasser und Wärme die gängigsten, da sie sich oftmals mit vorhandenen Hausmitteln umsetzen lassen. Unerlässlich ist jedoch eine Schablone, um die gewünschte Biegung während des Trocknens zu fixieren.
Um ein professionelles Ergebnis zu erzielen, empfiehlt sich die Verwendung von Biegesperrholz, da es speziell für den Zweck des Biegens optimiert wurde. Es wird keine aufwendige Vorbereitung benötigt.
Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, die Biegerichtung der obersten Furnierschicht zu beachten, damit es nicht zu Brüchen kommt. Sperrholz lässt sich in den meisten Fällen gut biegen, wenn der Radius dem 50 – bis 70-fachen seiner Dicke entspricht. Voraussetzung ist dabei allerdings auch eine korrekte Vorbereitung.
Wer die richtigen Materialien auswählt, wie etwa gut geeignetes Naturholz oder spezialbeschichtetes Sperrholz, und auf Details wie die Anzahl der Schichten, die korrekte Schnittführung bei Schnittfugen oder das anschließende Verkleben achtet, kann die Flexibilität des Holzes gezielt nutzen und durch präzise geplante Kurven, Biegeformen und kontrollierte Biegevorgänge beeindruckende Ergebnisse mit hoher Festigkeit erzielen – ob beim Laminieren von Stühlen, dem Bauen organischer Formen oder dem Holzbiegen in einer selbstgebauten Dampfbox.
FAQ – Häufige Fragen zum Biegen von Sperrholz
Nein, denn die Biegeeigenschaften sind je nach Holzart und Dicke sehr unterschiedlich. Zu den biegsamen Arten zählen Pappel, Mahagoni, Birke oder Meranti-Sperrholz, während Nadelhölzer wie Fichte leichter brechen können.
Die maximale Biegung ist abhängig vom Material und der Biegemethode. Allgemein kann gesagt werden, dass das Material sich nach der korrekten Vorbereitung mit einem Radius von 50 bis 70 Grad der Dicke biegen lässt.
Sofern es richtig vorbereitet wurde, kann es lasiert oder lackiert werden.
Um es flexibler zu machen, sollte es im Vorfeld gewässert oder erwärmt werden. Bei dünnem Sperrholz reicht oft schon ein Einlegen in Wasser.
Dies hängt von der Dicke des Holzes ab. Bei dünnen Platten reicht oftmals ein Einlegen in Wasser, während bei dickeren Platten das Einschneiden mit einer Säge am praktikabelsten ist.
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Autor
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen seit 2018 an, um Andere bei Ihren Hausbau- und Sanierungsprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. (ARD, RTL Punkt 12, n-tv, SZ, Welt, Süddeutsche) Mit seinem Büchern war er mehrfach auf der Spiegel Bestseller Liste. Sein aktuelles Buch „Sanieren – Renovieren – Modernisieren“ gibt über 100 Tipps für die Bauherren, die mit hoher Qualität und zum besten Preis-Leistungsverhältnis sanieren wollen. Sein Team und er prüfen deutschlandweit Immobilien, die saniert werden müssen.