Renovieren leicht gemacht: Von der Idee bis zur Umsetzung
Häuser, die schon etwas in die Jahre gekommen sind, sollten hin und wieder renoviert werden. Es ist dabei vollkommen egal, ob die Fassade erneuert, undichte Fenster ausgetauscht oder andere Renovierungsarbeiten in Angriff genommen werden. Jeder Schritt muss sorgfältig geplant werden, damit er am Ende auch zum Erfolg führt. Sowohl der folgende Artikel als auch das Buch „Sanieren, Modernisieren, Renovieren“ vermitteln wertvolle Tipps und sollen Hausbesitzer anhand von Informationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Schnelleinstieg: Die wichtigsten Punkte
Herausforderungen und Planungen: Sowohl bei einem Altbau als auch bei einem Neubau sollten die Arbeiten rund um das Sanieren umfassend geplant werden, da sich eine Vielzahl von Herausforderungen ergeben kann. Das Planen mit einem Experten ist unumgänglich, um die Struktur und die Sicherheit des Hauses zu gewährleisten.
Vorteile beim Altbau renovieren: Neben der Steigerung des Marktwertes lässt sich der historische Charme der Immobilie mit modernen Komfort kombinieren. Gleichzeitig wird die Energieeffizienz verbessert, was sich wiederum positiv auf den Klimaschutz auswirkt.
Energetisches Sanieren ist lohnenswert: Durch eine Dämmung der Fenster, Wände und Türen sowie einer Modernisierung der Haustechnik werden Wärmeverluste reduziert, was wiederum beim Kosten sparen für Energie hilft.
Gründe für Renovierungen
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum ein Haus oder eine Wohnung renoviert werden sollen oder gar müssen. Neben der Verbesserung des Wohnkomforts und einer ansprechenden Ästhetik geht es vielfach um eine Steigerung der Energieeffizienz (Senkung der Heizkosten), eine Erhöhung der Sicherheit sowie der Schaffung eines gesünderen Wohnklimas. Aber auch die Wertsteigerung der Immobilie, das Anpassen an die eigene Lebenssituation sowie das Erfüllen von gesetzlichen Vorschriften bzw. die Nutzung von neuen Technologien sprechen für Renovierungsmaßnahmen.
Werterhalt
Mit einer Renovierung oder gar Sanierung lässt sich der Wert des Hauses erhalten, indem nicht nur dem Verfall Einhalt geboten wird, sondern auch die Energieeffizienz verbessert und der Wohnkomfort erhöht wird. Ein altes Haus wird durch regelmäßige Renovierungsmaßnahmen für potenzielle Käufer attraktiver, was wiederum auch zu einem höheren Verkaufspreis führt. Zu den wesentlichen Gründen für eine Renovierung zählen:
Verhinderung von Wertverlust: Durch regelmäßige Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen werden kleine Probleme nicht zu großen Schäden, welche zu einem erheblichen Wertverlust führen.
Steigerung der Energieeffizienz: Durch energetische Sanierung wie etwa die Fassaden- und Dachdämmung, neue Fenster oder eine effiziente Heiztechnik lassen sich die Energiekosten senken und der Wohnkomfort erhöhen. Dies wiederum ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um den Marktwert des Hauses geht.
Verbesserung des Wohnkomforts: Ein modernisiertes Bad, eine neue Küche oder der Einbau intelligenter Technologien (Smart Home Systeme) steigern die Attraktivität des Hauses.
Staatliche Förderungen: Zahlreiche Sanierungsmaßnahmen werden nicht nur staatlich gefördert, sondern führen auch zu Steuererleichterungen. Mithilfe eines Energieberaters lassen sich die richtigen Maßnahmen herausfinden und Fördermittel sichern.
Komfortsteigerung
Die Gründe für eine Renovierung sind vielfältig und reichen von der Verbesserung des Raumklimas bis zur Steigerung der Sicherheit.
Gesundes Wohn- und Raumklima: Durch Renovierungsmaßnahmen lassen sich gesundheitsschädliche Baustoffe, Schadstoffe oder Schimmel beseitigen, was gerade für Allergiker wichtig ist. Des Weiteren kann eine energetische Sanierung mit hochwertiger Dämmung und einer effizienten Heizung für ein gleichmäßiges Raumklima sorgen.
Höhere Sicherheit: Ältere Elektroinstallationen können durch moderne Anlagen ersetzt werden. So lassen sich Stromausfälle oder gar Brandgefahren vermeiden. Neben elektrischen Rollläden bieten Smart Home Lösungen zusätzliche Sicherheit und mehr Komfort.
Barrierefreiheit: Durch Renovierungsmaßnahmen lässt sich die Barrierefreiheit in Haus oder Wohnung erhöhen. Dazu zählen neben der angepassten Raumaufteilung auch bodengleiche Duschen oder schwellenlose Übergänge zwischen den Räumen.
Erhöhung der Wohnqualität: Mit einer Renovierung lässt sich das allgemeine Wohlbefinden steigern, indem die Raumaufteilung, das Design und die Funktionalität verbessert werden.
Energieeffizienz
Bei Renovierungsmaßnahmen spielt die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle, da nicht nur Energiekosten eingespart, sondern auch CO₂-Emissionen reduziert und somit das Klima geschont werden.
Kosteneinsparungen: Durch eine verbesserte Energieeffizienz lassen sich die Kosten für Heizung und Strom deutlich senken.
Umwelt- und Klimaschutz: Der geringere Energieverbrauch reduziert die Treibhausgasemissionen.
Staatliche Förderungen: Förderprogramme der KfW unterstützen finanziell die energetische Sanierung.
Welche Arten von Renovierungen gibt es?
Renovierungen lassen sich in verschiedene Arten einteilen, welche sich sowohl im Umfang als auch im Ziel unterscheiden. Wie auch auf der Website von Büdenbender Hausbau zu sehen, unterscheiden diese sich in Renovierung (optische Aufwertung), Modernisierung (Komfortsteigerung) und Sanierung (Instandsetzung von Mängeln). Eine besonders umfassende Form stellt dabei die Kernsanierung dar, bei der fast alle Teile eines Gebäudes erneuert werden.
Optische Renovierungen
Diese umfassen Schönheitsreparaturen, die ein altes Haus optisch ansprechender erscheinen lassen und gleichzeitig das Wohngefühl steigern. Im Einzelnen zählen im Innenbereich, das Wände Streichen, Tapezieren und Bodenbeläge erneuern dazu. Im Außenbereich wird die Fassade gereinigt bzw. gestrichen, Terrassen und Balkone aufgewertet sowie Gartenarbeiten durchgeführt.
Innenbereich
| Objekt | Maßnahme | Erläuterung |
| Wände und Decken | Streichen | Mit einem frischen Farbanstrich lässt sich ein Raum schnell verändern. |
| Tapezieren | Durch neue Tapeten kann ein Raum komplett umgestaltet werden. | |
| Verputzen | Kleine Risse und Löcher lassen sich vor dem Verputzen verspachteln. | |
| Böden | Erneuern | Das Verlegen neuer Bodenbeläge (Vinyl, Laminat, Teppiche) wertet die Zimmer auf. |
| Aufarbeiten | Bestehende Böden polieren und neu versiegeln. | |
| Fenster und Türen | Lackieren und Streichen | Damit kann ein frisches Aussehen erzielt werden. |
| Erneuern | Beschädigungen können mit Spachtelmasse vor dem Streichen neu aufgearbeitet werden. | |
| Einbauten | Küchen | Bei einer Einbauküche können einzelne Schränke ergänzt werden. |
| Heizkörper | Mit einer neuen Lackierung optimieren sie das Gesamtbild. |
Außenbereich
| Objekt | Maßnahme | Erläuterung |
| Fassade | Anstrich und Verputzen | Das Streichen mit neuer Farbe oder das Aufbringen eines neuen Putzes können das Aussehen deutlich verändern. |
| Fassadenverkleidung | Das Anbringen von Fassadenplatten verleiht dem Haus ein stilvolles Aussehen und schützt die Fassade. | |
| Außenanlagen | Terrasse und Eingangsbereich | Eine Neugestaltung verbessert den optischen Eindruck deutlich. |
| Garten | Eine Neubepflanzung oder das Anlegen von Wegen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. | |
| Beleuchtung | Außenleuchten | Erhöhen die Sicherheit und schaffen eine gemütliche Atmosphäre. |
| Smarte Systeme | Vernetzte Leuchten bieten Komfort und Funktionalität. |
Funktionale Renovierungen
Diese konzentrieren sich auf eine praktische Optimierung der Nutzung und Effizienz eines Raumes, ohne dass dabei die Grundstruktur verändert wird. Beispiele dafür sind die Umgestaltung einzelner Räumlichkeiten wie Küche oder Bad für einen besseren Workflow und dergleichen.
Küche
Renovierungen in der Küche konzentrieren sich auf die Optimierung der Arbeitsabläufe und auf die Ergonomie. Die wichtigsten Maßnahmen sind hier eine Optimierung der Kücheneinrichtung sowie eine Verbesserung der Beleuchtung.
Küchenlayout: Herd, Spüle und Kühlschrank sollten so angeordnet werden, dass sie ein Dreieck für effizientes Arbeiten bilden. Nicht zu vergessen ist ein Stauraum, der leicht zugänglich ist. Des Weiteren sollten Geräte und Arbeitsflächen eine angepasste Arbeitshöhe für mehr Ergonomie bekommen.
Austausch von Elektrogeräten: Alte Haushaltsgeräte werden durch neue energieeffiziente Modelle ersetzt, wie etwa ein Kochfeld mit integriertem Dunstabzug. In diesem Zusammenhang können auch die Elektroanschlüsse entsprechend angepasst werden.
Arbeitsplatten und Fronten: Die Arbeitsplatten sollten durch neue Materialien ersetzt werden. Fronten können komplett ausgetauscht oder gestrichen werden, was für eine frischere Optik sorgt.
Spüle und Armaturen: Diese können gegen neue und optisch ansprechende Modelle ausgetauscht werden.
Bad
Die funktionale Badrenovierung konzentriert sich auf die Funktionalität durch den Austausch von Sanitärkeramik, Armaturen und Badmöbeln.
Austausch von Sanitärobjekten und Armaturen: Hierzu werden neue Waschbecken, Duschen oder Badewannen eingebaut. Alte Armaturen können durch neue Modelle ersetzt werden.
Modernisierung der Fliesen: Dabei können Wände und Decken neu gestrichen werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, auf die Wasserbeständigkeit der verwendeten Materialien zu achten.
Einbau bodengleicher Duschen: Für mehr Barrierefreiheit sorgt der Einbau einer neuen bodengleichen Dusche sowie speziellen Badewannen.
Energetische Renovierungen bzw. Sanierungen
Bei energetischen Sanierungsmaßnahmen oder Renovierungen handelt es sich um Baumaßnahmen, die dazu dienen, den Energieverbrauch nachhaltig zu senken, um so Heizkosten zu sparen und etwas zum Klimaschutz beizutragen. Typische Maßnahmen sind Dämmungen sowie der Austausch der Haustechnik.
Gebäudehülle
Energetische Sanierungen der Gebäudehülle umfassen die Dämmung von Dach, Außenwänden und dem Keller sowie der Austausch von Fenster und Türen. Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, Wärmeverluste zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken und den Wohnkomfort zu steigern.
Fassadendämmung: Dadurch lassen sich Wärmeverluste über die Außenwände verhindern.
Dachdämmung oder Dachausbau: Die Dämmung des Daches zählt zu den effektivsten Maßnahmen, wenn es darum geht, Wärmeverluste zu reduzieren. In diesem Zusammenhang können Hausbesitzer auch über einen Dachausbau nachdenken.
Kellerdeckendämmung: Diese Form der Dämmung verhindert „kalte“ Fußböden im Erdgeschoss. Es handelt sich dabei um eine günstig und schnell umsetzbare Maßnahme.
Haustechnik
Bei diesen Sanierungsmaßnahmen geht es um die Senkung des Energieverbrauches. Dabei werden bestehende Heizungsanlagen erneuert oder optimiert. Zusätzlich werden Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung eingebaut, um die Energieeffizienz zu steigern.
Heizungsmodernisierung: Alte Heizsysteme werden gegen effiziente Modelle wie Brennwertkessel, Wärmepumpen oder Pelletheizungen ausgetauscht. Durch den Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung wird nicht nur das Raumklima verbessert, sondern auch Feuchtigkeit und Schimmel vermieden.
Nutzung erneuerbarer Energien: Dazu zählen neben den Wärmepumpen auch Photovoltaikanlagen und Solarthermie.
Integration von Smart-Home-Systemen: Mit diesen lässt sich die Haustechnik optimieren, da Beleuchtung, Heizung und Beschattung automatisch gesteuert werden.
Kern- und Komplettsanierung
Die Kernsanierung, die auch als Kernentkernung bekannt ist, ist die umfassendste Methode der Sanierung, bei der das Haus bis auf die tragende Substanz zurückgebaut und komplett neu aufgebaut wird.
Erneuerung der gesamten Haustechnik: Es geht dabei um die vollständige Erneuerung der technischen Systeme. Dies bedeutet für die Elektrik den Austausch veralteter Leitungen gemäß den heutigen Sicherheitsstandards. Im Sanitärbereich werden komplett alte Rohre, Anschlüsse und Armaturen erneuert. Des Weiteren wird eine moderne Heizungsanlage installiert. Dies geschieht oftmals in Verbindung mit einer verbesserten Dämmung und neuen Heizkörpern.
Dach- und Fassadenerneuerung: Dadurch sollen die Dämmung und die Witterungsbeständigkeit verbessert werden. Beim Dach wird neben der Dämmung die Dachkonstruktion repariert und es erfolgt eine neue Eindeckung. Die Fassade wird gedämmt und erneuert. Dabei werden Risse und Schäden repariert.
Grundrissänderungen: Während die Tragfähigkeit der Struktur des Hauses erhalten bleibt, können Grundrissänderungen vorgenommen werden. In diesem Zusammenhang ist eine Statikprüfung erforderlich, um sicherzustellen, dass die Tragfähigkeit erhalten bleibt. Vielfach ist für solche Sanierungsmaßnahmen an Immobilien eine Baugenehmigung erforderlich.
Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?
In Deutschland werden rechtliche Rahmenbedingungen bei Renovierungen und Sanierungen in erster Linie durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sowie dem jeweiligen Mietvertrag geregelt. Zusätzliche Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bietet der Artikel von Fertighausexperte.
Mietrechtliche Aspekte
Diese Aspekte sind vom Mietrecht abhängig bzw. wer die Arbeiten durchführt und wer dafür zuständig ist.
Renovierungspflichten für Mieter: Auch wenn die Durchführung von Schönheitsreparaturen laut Gesetz beim Vermieter liegt, kann sie durch den Mietvertrag auf die Mieter abgeschoben werden, was diese unangemessen benachteiligt. Einem BGH-Urteil zufolge sind solche Regelungen unwirksam.
Vermieterpflichten bei Instandhaltung: Der Vermieter muss die Wohnung oder das Haus in einem vertragsgemäßen Zustand erhalten.
Streitpunkte: Abnutzung vs. Beschädigung: Hierbei kommt es immer wieder zu Streitereien zwischen Mieter und Vermieter. Unter Abnutzung fallen alle Schäden durch vertragsgemäßen Gebrauch. Dazu zählen verblasste Wände, leichte Abnutzung von Böden und Armaturen. Zu den Beschädigungen zählen unter anderem Brandflecken auf dem Teppich, Wasserschäden oder Schimmel durch falsches Lüften. Der Mieter muss für die Schäden aufkommen und eventuell Schadensersatz zahlen.
Baugenehmigungen
Für viele Sanierungsmaßnahmen und Renovierungen wie äußerliche Veränderungen, Änderungen an der Gebäudenutzung sowie Änderungen an Statik und Erscheinungsbild ist eine Baugenehmigung erforderlich.
Wann ist eine Genehmigung erforderlich?
Statik: Veränderungen an tragenden Wänden, welche die Statik beeinflussen, sind genehmigungspflichtig.
Äußeres Erscheinungsbild: Dazu zählen ein Dachaufbau, ein Anbau oder eine Aufstockung.
Fassadengestaltung im Außenbereich: Dies gilt im Besonderen für optische Veränderungen.
Zuständige Behörde: Vor Beginn der Sanierungen an einem Gebäude oder umfassendes Renovieren sollten Hausbesitzer sich bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde informieren.
Denkmalschutz
Beim Renovieren oder Sanieren eines denkmalgeschützten Hauses ist eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde erforderlich. Dies gilt auch für kleine Maßnahmen wie zum Beispiel Arbeiten an der Fassade sowie den Austausch von Fenster und Türen.
Einschränkungen: Diese gelten für Fassadenarbeiten wie Streichen oder das Anbringen von Außenleuchten, der Austausch von Fenster und Türen sowie eine Dacherneuerung.
Vorgaben zur Materialwahl: In erster Linie steht die Bewahrung der historischen Substanz im Vordergrund. Aus diesem Grund müssen sowohl Materialien als auch Techniken genutzt werden, die historisch angemessen sind und die Bausubstanz schützen.
Abstimmung mit Denkmalbehörden: Es ist eine Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde erforderlich. Des Weiteren sind die Landesdenkmalschutzgesetze zu beachten, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.
Wie wird die Renovierung geplant – Schritt für Schritt
Die Planung beim Renovieren und Sanieren eines Hauses umfasst eine Vielzahl von Schritten. Nach der Bestandsaufnahme werden die Ziele, das Budget sowie ein Zeit- und Kostenplan erstellt. Nicht zu vergessen ist das Einholen von Genehmigungen rund um die Hausrenovierung. Zur eigenen Sicherheit sollten Fachleute beauftragt werden, welche die Umsetzung der Maßnahmen bzw. der Sanierungsarbeiten überwachen. Dies hilft unerwartete Probleme zu minimieren.
Bestandsaufnahme
Dazu gehört eine detaillierte Erfassung des aktuellen Zustandes des Hauses, um Schäden, Mängel und den Sanierungsbedarf zu dokumentieren.
Zustand der Bausubstanz prüfen: Damit wird die Grundlage für die Planung geschaffen. Es sind verschiedene Prüfungen nötig, welche von der maßlichen Bestandsaufnahme über die technische bis hin zur energetischen Bestandsaufnahme reichen.
Fachgutachten bei älteren Gebäuden einholen: Gerade bei einem älteren Gebäude ist die Einbeziehung von Fachleuten wie Architekten oder einem Energieberater sinnvoll. Dies gilt im Besonderen für unklare Einschätzungen von Schäden oder bei energetischen Fragen.
Schadstoffe identifizieren:Es geht dabei um Asbest, Schimmel oder Bleileitungen. Neben der visuellen Inspektion werden gezielt Proben entnommen, die in einem Labor untersucht werden.
Zieldefinition
Rund um die Sanierung eines Hauses müssen spezifisch messbare Ziele festgelegt werden, die über eine reine optische Auffrischung hinausgehen. Dazu zählen funktionale Ziele ebenso wie ästhetische und energetische.
Optische Auffrischung oder umfassende Sanierung? Die Entscheidung hierbei hängt vom Ziel ab. Die optische Auffrischung dient der ästhetischen Optimierung durch Schönheitsreparaturen wie Streichen, Tapezieren oder einen Bodenbelag zu erneuern. Bei der umfassenden Sanierung dagegen geht es um das Beheben von ernsten Schäden, um die Gebäudesubstanz wiederherzustellen und die Nutzbarkeit zu garantieren.
Prioritätenliste erstellen: Eigentümer sollten sich eine persönliche Checkliste erstellen. Diese kann sowohl nach der MoSCoW-Methode (Must-have, Should-have, Could-have) oder einer anderen Methode gegliedert sein. Typischerweise wird mit den Außenarbeiten wie Dämmung und Fenster begonnen, bevor es an die Haustechnik und den Innenausbau geht.
Budgetplanung
Sobald die Ziele rund um die Sanierung des Hauses festgelegt sind, geht es an die Budgetplanung. Hier sollte ein Puffer mit eingeplant werden.
Kostenvoranschläge: Um die Kosten für die einzelnen Gewerke kalkulieren zu können, müssen mindestens drei Angebote von Handwerkern eingeholt und in Bezug auf Preise und Leistungen verglichen werden.
Eigenleistungen: Wenn Eigenleistungen geplant sind, müssen die Materialkosten dennoch kalkuliert werden.
Puffer einplanen: Dieser sollte bei 10–20 % liegen, um unvorhersehbare Ausgaben bzw. Zusatzkosten abzudecken.
Zeitplanung
Die effiziente Zeitplanung beim Renovieren oder Sanieren eines Hauses beginnt mit der Bestandsaufnahme sowie mit der Festlegung der Ziele. Wichtig ist es, Genehmigungen rechtzeitig einzuholen und die Kommunikation mit den Bauunternehmen bzw. Handwerkern sicherzustellen. So lassen sich unerwartete Probleme minimieren.
Reihenfolge der Gewerke: Eine Faustregel beim Renovieren oder der Sanierung eines Hauses lautet von außen nach innen und von oben nach unten.
Bauzeitenplan erstellen: Als Erstes müssen die Arbeiten priorisiert werden, um im Anschluss deren Dauer und die Abhängigkeiten der verschiedenen Gewerke zu erstellen. Danach kann eine detaillierte Zeitachse mit Baubeginn, Meilensteinen und Endtermin inklusive Pufferzeiten erstellt werden.
Was muss bei Kosten und Finanzierung beachtet werden?
Die Kosten, um ein Haus zu renovieren bzw. eine Altbausanierung vorzunehmen, variieren je nach Umfang der Arbeiten. Es können nur wenige hundert Euro pro Quadratmeter bis mehr als 1.000 Euro pro qm für eine komplette Sanierung anfallen.
Typische Kostenbereiche
Zu den Renovierungskosten zählen neben dem Innenausbau auch die Elektrik, die Sanitärinstallationen sowie der Trockenbau.
Kleine Renovierung: Die Kosten liegen hierfür zwischen 100 bis 300 €/m².
Mittlere Renovierung: Es ist mit Kosten zwischen 300 und 600 €/m² zu kalkulieren.
Umfassende Sanierung: Eigentümer sollten hierfür zwischen 600 bis 1.200 €/m² veranschlagen.
Eigenleistung vs. Fachbetrieb
Maßgeblich für eine solche Entscheidung sind persönliche Fähigkeiten, die verfügbare Zeit sowie der Umfang der Arbeiten. Sicherlich helfen Eigenleistungen beim Kosten sparen, dennoch sollte bedacht werden, dass die Arbeiten Zeit und handwerkliches Geschick erfordern.
| Vorteile | Nachteile | |
| Eigenleistung | Kosteneinsparungen; Muskelhypothek für Banken; Materialkostenförderung bei energetischen Sanierungen | Zeitaufwand; keine Gewährleistung; Risiko von Fehlern |
| Fachbetrieb | Expertise und Professionalität; Gewährleistung; Beratung | Höhere Kosten |
Förderungen und Finanzierung
Wird ein altes Haus im Rahmen einer Modernisierung oder Sanierung aufgewertet, gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten.
Kredite der KfW-Bank: Die KfW bietet zinsgünstige Darlehen für größere Sanierungsarbeiten im energetischen Bereich an. Einige der KfW-Programme bieten zusätzlich einen Tilgungszuschuss, durch den die Rückzahlung reduziert wird.
Zuschüsse der Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA: Es können Zuschüsse für energetische Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenstertausch oder Heizungserneuerung beantragt werden. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. In der Regel beträgt die Förderung bis zu 45 % der förderfähigen Kosten je nach Maßnahme.
Steuerliche Förderung: bestimmte Handwerkerleistungen für Sanierungen können von der Steuer abgesetzt werden. Alternativ gibt es eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro für energieeffiziente Sanierungsarbeiten, welche jedoch nicht mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden können.
Renovierungskredit oder Baufinanzierung: Der Kredit für eine Modernisierung lohnt sich, wenn die Kosten nicht höher als 50.000 Euro sind und wenn das Haus Eigentum des Antragstellers ist. Bei Kosten von mehr als 50.000 Euro ist die Baufinanzierung lohnend. Auch hier muss das Haus Eigentum des Antragstellers sein.
Was sind die häufigsten Fehler beim Renovieren?
Neben der unzureichenden Planung sind dies eine mangelhafte Ausführung, falsche Materialien sowie das Vergessen von Kosten für die Entsorgung.
Planungsfehler
Typische Planungsfehler sind unvollständige oder ungenaue Pläne, eine mangelnde Berücksichtigung der Baustrukturen und der rechtlichen Vorgaben sowie die fehlende Einbeziehung von Fachleuten und eine mangelhafte Kommunikation zwischen allen Beteiligten.
Keine realistische Kostenplanung: Kosten werden aufgrund von Kostensteigerungen und/oder Zeitverzögerungen nicht realistisch kalkuliert, was letztendlich das Budget sprengen kann.
Fehlende Abstimmung der Gewerke: Dies geschieht oftmals durch unzureichende Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten, was letztendlich zu Widersprüchen und Fehlern führt.
Unterschätzung des Zeitaufwandes: Die Maßnahmen rund um die Modernisierung werden zeitlich falsch eingeschätzt. Dabei ist es vollkommen egal, ob es um den Tausch von Fenster, einen Heizungstausch, einen Fassadenanstrich oder um ein anderes Vorhaben geht.
Ausführungsfehler
Neben der unzureichenden Planung bei der Modernisierung oder den Sanierungsarbeiten rund um das Haus werden die eigenen Fähigkeiten überschätzt oder es werden minderwertige Materialien verwendet.
Selbstüberschätzung: Vielfach werden die eigenen handwerklichen Fähigkeiten überschätzt, wodurch es zu Fehlern kommt, die sich oft später nicht mehr beheben lassen.
Verwendung von minderwertigen Materialien: Billige Materialien sparen auf lange Sicht gesehen kein Geld, da sie schneller verschleißen und früher ersetzt werden müssen.
Fehlende Qualitätskontrolle: Rund um das Haus zu renovieren sollten die Arbeiten regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass alle Arbeiten gemäß Plan und Vereinbarung ausgeführt werden.
Fazit: Renovieren als Investition
Das Renovieren einer Immobilie kann eine lohnende Investition darstellen, da deren Wert gesteigert und ein eventueller Verlauf sich beschleunigen lässt. Allerdings sollten die Arbeiten rund um Modernisierung oder Sanieren sorgfältig geplant werden.
Entscheidend hierbei sind eine Kosten-Nutzen-Analyse, die Berücksichtigung der Marktlage sowie die potenzielle Zielgruppe. Kleinere und gezielte Reparaturen lohnen sich oft wesentlich mehr, während ein umfassendes Sanieren nur bei Bedarf und positiven Erfolgsaussichten ratsam ist. Grundsätzlich muss der erwartete Wertzuwachs der Immobilie die Renovierungskosten übersteigen.
FAQs: Häufige Fragen zum Thema Renovieren
Es geht dabei darum, ein Haus oder eine Wohnung optisch zu verschönern und Gebrauchsspuren zu beseitigen. Zumeist handelt es sich dabei um Schönheitsreparaturen wie Streichen, Tapezieren oder den Austausch von Bodenbelägen.
Beim Renovieren geht es in erster Linie um kosmetische Verschönerungen, um den ursprünglichen Zustand zu erhalten. Modernisieren zielt darauf ab, den Wohnkomfort zu steigern und die Immobilie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Beim Sanieren werden ernsthafte Schäden und Mängel beseitigt, um sowohl die Funktionalität des Hauses als auch dessen Bausubstanz wiederherzustellen.
Die Kosten variieren stark nach Umfang und reichen für einfache Renovierungsarbeiten von 15 bis 40 Euro pro qm bis zu mehr als 1.000 Euro pro qm für eine Kernsanierung.
Sanierungskosten, die bestimmte energetische Maßnahmen betreffen, können bei der Steuer geltend gemacht werden.
Grundsätzlich dürfen alle Arbeiten, die nicht in die Bausubstanz der Immobilie eingreifen, in Eigenregie durchgeführt werden. Elektro- und Sanitärinstallationen sollten immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
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Autor
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen seit 2018 an, um Andere bei Ihren Hausbau- und Sanierungsprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. (ARD, RTL Punkt 12, n-tv, SZ, Welt, Süddeutsche) Mit seinem Büchern war er mehrfach auf der Spiegel Bestseller Liste. Sein aktuelles Buch „Sanieren – Renovieren – Modernisieren“ gibt über 100 Tipps für die Bauherren, die mit hoher Qualität und zum besten Preis-Leistungsverhältnis sanieren wollen. Sein Team und er prüfen deutschlandweit Immobilien, die saniert werden müssen.