Mehrfamilienhaus sanieren: Ein umfassender Ratgeber
Die Sanierung eines Mehrfamilienhauses ist eine große, aber lohnenswerte Aufgabe. Damit Ihre Immobilie zukunftssicher bleibt und an Wert gewinnt, braucht es durchdachte Sanierungsmaßnahmen und einen klaren Plan. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf es bei einer umfassenden Sanierung ankommt: von der ersten Maßnahme bis zur finalen Kontrolle.
Wir beleuchten, welche Teile des Hauses besondere Aufmerksamkeit verdienen, welche Herausforderungen auftreten können und wie Sie die Kosten realistisch kalkulieren. Sie erfahren außerdem, wie Sie gezielt einzelne Bereiche modernisieren oder das gesamte Haus auf den neuesten Stand bringen. Dieser Artikel unterstützt Sie dabei, Ihre Immobilie nachhaltig und effizient zu sanieren.
Passend dazu haben wir noch ein Video für Sie, das die Sanierung eines Mehrfamilienhauses nach einem Brandschaden zeigt.
Schnelleinstieg: Die wichtigsten Punkte
Gründliche Planung ist die Basis jeder erfolgreichen Sanierung: Nur wer den Zustand des Hauses detailliert erfasst und klare Ziele definiert, kann Sanierungsmaßnahmen effizient und wirtschaftlich umsetzen. Eine gute Vorbereitung hilft, Kostenfallen zu vermeiden und den Ablauf optimal zu koordinieren.
Energieeffizienz steigert Wert und Wohnkomfort: Durch gezielte Maßnahmen wie neue Dämmung, moderne Heizsysteme oder den Einsatz erneuerbarer Energien senken Sie nicht nur die laufenden Kosten, sondern erhöhen den Marktwert der Immobilie und verbessern das Raumklima nachhaltig.
Fördermittel und Finanzierung clever kombinieren: KfW-Kredit, BAFA-Zuschuss oder auch steuerliche Förderungen sind möglich. Wer sich frühzeitig über finanzielle Unterstützung informiert, kann einen großen Teil der Renovierungskosten abfedern und die Rentabilität des Sanierungsprojekte deutlich erhöhen.
Die Planung der Sanierung
Eine erfolgreiche Sanierung beginnt mit einer durchdachten Planung. Bevor die ersten handwerklichen Arbeiten am Haus starten, ist es entscheidend, sich ein genaues Bild vom Zustand der Immobilie zu machen und klare Ziele zu definieren.
Vor allem bei Bestandsgebäuden kann eine gezielte Renovierung nicht nur den Wohnkomfort steigern, sondern auch langfristig Energiekosten senken und den Wert des Wohngebäudes deutlich erhöhen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, Sanierungsmaßnahmen effizient durchzuführen, unerwartete Kosten zu vermeiden und die Bauzeit im Griff zu behalten.
Bedarfsanalyse und Zielsetzung
Im ersten Schritt geht es darum, den tatsächlichen Sanierungsbedarf zu ermitteln. Wie ist der Zustand der Bausubstanz? Welche technischen Anlagen müssen erneuert werden? Gibt es Schäden, die dringend behoben werden müssen? Oder möchten Sie Ihre Wohnung oder das gesamte Haus modernisieren, um Energie zu sparen und den Wohnkomfort zu erhöhen?
Anhand einer gründlichen Bestandsaufnahme legen Sie die Ziele Ihrer Renovierung fest. Mögliche Zielsetzungen können sein:
die Reduzierung von Energiekosten
die Steigerung der Energieeffizienz
die Aufwertung einzelner Wohnungen zur besseren Vermietung
die Erhöhung des Gesamtwerts der Immobilie
die Anpassung an aktuelle Wohnstandards
Je klarer die Zielsetzung, desto besser lassen sich die passenden Sanierungsmaßnahmen auswählen und priorisieren.
Rechtliche und baurechtliche Aspekte
Gerade bei umfangreichen Arbeiten an bestehenden Immobilien ist es wichtig, sich mit den geltenden Vorschriften vertraut zu machen. Viele Maßnahmen am Haus sind genehmigungspflichtig oder an bestimmte Vorgaben gebunden. Folgende Punkte sollten Sie frühzeitig klären:
Baugenehmigung: Ist für die geplante Maßnahme eine Genehmigung erforderlich?
Denkmalschutz: Steht das Wohngebäude unter Schutz, gelten besondere Vorgaben.
Energieeinsparverordnung (GEG): Welche energetischen Standards müssen eingehalten werden?
Eigentümergemeinschaften: Bei mehreren Eigentümern sind Beschlüsse nötig.
Verträge: Prüfen Sie alle Vereinbarungen mit Handwerkern und Planern sorgfältig.
Eine frühzeitige Klärung dieser Fragen schützt vor Verzögerungen und hilft, rechtliche Risiken zu vermeiden.
Wichtige Bauteile eines Mehrfamilienhauses bei der Sanierung
Bei der Sanierung eines Mehrfamilienhauses kommt es auf mehr an als neue Farbe an den Wänden. Viele Bereiche des Hauses müssen gründlich überprüft und je nach Zustand modernisiert oder vollständig erneuert werden.
Besonders bei einer Kernsanierung sollten alle Bauteile berücksichtigt werden, um langfristig von einem zeitgemäßen Wohnstandard, geringeren Energiekosten und erhöhter Wohnqualität zu profitieren. Je nach Baujahr, Zustand und Zielsetzung der Maßnahmen sind einzelne Elemente sogar sanierungspflichtig, etwa zur Einhaltung aktueller Energiestandards.
Fassade und Außenbereich
Die Fassade ist mehr als nur die äußere Hülle des Hauses. Sie schützt vor Witterung, sorgt für Wärmedämmung und prägt das Erscheinungsbild des Wohngebäudes. Eine moderne Fassadendämmung kann den Energieverbrauch erheblich senken und ist oft ein zentraler Bestandteil bei einer energetischen Sanierung. Neben der Dämmung spielt auch die Erneuerung des Putzes oder Anstrichs eine Rolle.
Fenster und Türen im Außenbereich sollten ebenfalls geprüft werden. Der Einbau moderner, mehrfach verglaster Fenster trägt zum Schallschutz bei und verhindert unnötigen Wärmeverlust. Auch die Gestaltung von Balkonen, Eingangsbereichen und Wegen kann im Rahmen der Sanierung aufgewertet werden.
Innenräume und Grundrissgestaltung
Die Umgestaltung der Innenräume bietet die Möglichkeit, das Wohnhaus besser an heutige Bedürfnisse anzupassen. Viele ältere Mehrfamilienhäuser verfügen über Grundrisse, die aus heutiger Sicht unpraktisch oder wenig flexibel sind. Wanddurchbrüche, neue Raumaufteilungen oder der Einbau zusätzlicher Bäder können das Wohngefühl deutlich verbessern.
Dabei sollten Sie auch an den Schallschutz denken, insbesondere bei der Trennung einzelner Wohnungen. Der Austausch von Bodenbelägen, Türen, Treppen oder Wandverkleidungen rundet die Modernisierung ab und verleiht dem Haus neuen Charme.
Heizung, Lüftung, Klima
Die Haustechnik zählt zu den wichtigsten Punkten bei jeder Sanierung. Veraltete Heizungsanlagen verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern erfüllen oft auch nicht mehr die gesetzlichen Anforderungen. Der Umstieg auf eine moderne Heizungsanlage ist eine wirkungsvolle Maßnahme, um langfristig Energie zu sparen.
Besonders effektiv sind der Einbau einer Wärmepumpe oder die Kombination mit Solarthermie für Warmwasser. Auch Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung werden immer beliebter, da sie ein gesundes Raumklima fördern und Schimmelbildung vorbeugen.
Elektroinstallation und Smart Home
In vielen Bestandsbauten entspricht die Elektroinstallation nicht mehr dem heutigen Sicherheitsstandard. Eine Erneuerung ist daher häufig unumgänglich. Bei einer umfassenden Sanierung sollte die gesamte Verkabelung geprüft und modernisiert werden. Der Einbau von Smart-Home-Lösungen bietet zusätzliche Vorteile.
Automatische Lichtsteuerung, smarte Heizungsregelung oder digitale Türsprechanlagen erhöhen den Wohnkomfort und helfen beim Energiesparen. Gerade in einem größeren Wohnhaus kann eine zentrale Steuerungssystemlösung für mehrere Wohnungen sinnvoll sein.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Im Mittelpunkt moderner Sanierungsvorhaben steht längst nicht mehr nur die optische Aufwertung eines Hauses. Der Fokus liegt zunehmend auf der Energieeffizienz und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Gerade bei Bestandsgebäuden gibt es enorme Einsparpotenziale, etwa durch verbesserte Dämmung, neue Heizsysteme oder den Einsatz erneuerbarer Energien.
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der CO2-Ausstoß deutlich senken und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch wirtschaftlich lohnt sich eine energetische Sanierung: Geringere Energiekosten, höhere Wohnqualität und ein gesteigerter Immobilienwert sprechen für sich.
Energetische Sanierung
Eine energetische Sanierung umfasst verschiedene Maßnahmen, die gezielt die Energieeffizienz Ihres Hauses verbessern. Diese Punkte sollten Sie prüfen:
Dämmung der Außenwände: Vermeidet Wärmeverluste über große Flächen.
Dach- und Kellerdeckendämmung: Besonders wichtig bei älteren Wohnhäusern.
Austausch alter Fenster: Moderne Fenster mit Dreifachverglasung senken Heizverluste.
Erneuerung der Heizungsanlage: Effiziente Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Brennwerttechnik sparen Energie.
Optimierung der Warmwasserbereitung: Kombination mit Solarthermie erhöht die Effizienz.
Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung: Frische Luft ohne Wärmeverlust.
Besonders bei Gebäuden mit großer Wohnfläche zahlt sich die Investition schnell aus. Viele Maßnahmen zur energetischen Sanierung entsprechen den Standards für Neubauten.
Erneuerbare Energien
Die Integration erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Schritt hin zu einem zukunftsfähigen Haus. Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen Strom direkt vor Ort. In Kombination mit einem Stromspeicher kann ein Großteil des Eigenbedarfs abgedeckt werden. Auch Solarthermie lohnt sich: Sie unterstützt die Warmwasserbereitung und entlastet die Heizung.
Bei passender Lage und Größe des Grundstücks kann zusätzlich eine kleine Windkraftanlage oder eine Pelletheizung sinnvoll sein. Der Umstieg auf regenerative Energiequellen senkt dauerhaft Energiekosten und macht unabhängiger von fossilen Brennstoffen.
Förderprogramme für energetische Sanierungen
Energetische Maßnahmen am Haus werden durch verschiedene staatliche Programme unterstützt. Die KfW und das BAFA bieten Zuschüsse und zinsgünstige Kredite. Eine sorgfältige Planung lohnt sich, da Fördergelder oft nur vor dem Start der Arbeiten beantragt werden können.
| Programm | Förderung | Zuständig |
| KfW 261 / 262 | Kredit für Sanierung mit Tilgungszuschuss | KfW |
| KfW 461 | Investitionszuschuss | KfW |
| BAFA Einzelmaßnahmen | Zuschüsse für einzelne Sanierungsschritte | BAFA |
| Steuerliche Förderung (§35c EStG) | Bis zu 20 % steuerlich absetzbar | Finanzamt |
Durch diese Förderungen lassen sich viele energetische Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich noch attraktiver gestalten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Sanierung eines Mehrfamilienhauses
Eine strukturierte Vorgehensweise ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sanierung. Gerade bei einem Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohneinheiten und viel Gebäudebestand ist es wichtig, alle Maßnahmen sinnvoll zu koordinieren. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet Ihnen eine Übersicht über den typischen Ablauf.
So behalten Sie jederzeit den Überblick und stellen sicher, dass keine Details übersehen werden. Gleichzeitig helfen Ihnen diese Schritte dabei, gesetzliche Vorgaben wie eine mögliche Sanierungspflicht einzuhalten und den langfristigen Werterhalt Ihres Hauses zu sichern.
Vorbereitung der Baustelle
Bevor die eigentliche Sanierung beginnt, muss das Haus gründlich vorbereitet werden. Dazu zählt die Organisation der Baustelle, aber auch erste Maßnahmen im Inneren. Alte Bodenbeläge, beschädigte Wandverkleidungen oder marode Anlagentechnik sollten entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Je nach Umfang der Sanierung kann es notwendig sein, bestimmte Bereiche vollständig zu entkernen.
Auch die Koordination der beteiligten Gewerke, das Einrichten von Lagerflächen und der Zugang zu Wasser und Strom für die Bauzeit müssen frühzeitig geregelt werden. Nicht zuletzt gilt es, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit die Baustelle sicher und reibungslos betrieben werden kann.
Durchführung der Baumaßnahmen
Sobald die Baustelle eingerichtet ist, beginnt die eigentliche Sanierungsphase. Hier werden die geplanten Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt. Die Arbeiten starten meist mit dem Rohbau, etwa mit der Erneuerung von tragenden Wänden, der Fassadensanierung oder dem Einbau neuer Fenster. Anschließend folgen die haustechnischen Gewerke wie Heizung, Lüftung, Elektroinstallation und Sanitär.
Besonders wichtig: Achten Sie darauf, dass die Reihenfolge der Maßnahmen eingehalten wird, um Doppelarbeiten zu vermeiden. Auch die Dämmung, der Einbau moderner Anlagentechnik und die Gestaltung der Innenräume zählen zu diesem Abschnitt. Am Ende stehen Malerarbeiten, Bodenverlegung und der Einbau neuer Türen.
Abschlussarbeiten und Kontrolle
Sind alle Bauarbeiten abgeschlossen, folgt die Phase der Abnahme und Qualitätskontrolle. Alle Inhalte der Baumaßnahmen werden dokumentiert und überprüft. Dazu gehört auch die Prüfung, ob gesetzliche Anforderungen erfüllt wurden und keine Mängel vorliegen.
Die Endreinigung, kleinere Ausbesserungen und die finale Inbetriebnahme der technischen Anlagen runden die Sanierung ab. Nach Abschluss dieses letzten Schritts ist Ihr Haus bereit für den neuen Lebenszyklus – effizienter, moderner und zukunftsfähig.
Besondere Herausforderungen bei der Sanierung von Mehrfamilienhäusern
Die Sanierung eines Mehrfamilienhauses ist komplexer als die eines Einfamilienhauses, da hier viele Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. Unterschiedliche Interessen der Eigentümer, der laufende Mietbetrieb sowie die baulichen Gegebenheiten erschweren oft eine reibungslose Umsetzung. Hinzu kommt, dass bei Bestandsbauten häufig unerwartete Probleme auftreten, die erst beim Öffnen von Wänden, Böden oder der Fassade sichtbar werden.
Auch die Menge an Bauteilen, die bearbeitet werden müssen, ist deutlich größer. Vom Boden in jeder Wohnung bis hin zu gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie Treppenhaus oder Heizungsanlage – eine Vielzahl an Gewerken ist beteiligt. Die steigenden Energiepreise erhöhen zudem den Druck, energetisch sinnvolle Maßnahmen umzusetzen, ohne die finanzielle Belastung ausufern zu lassen.
Typische Herausforderungen bei der Sanierung:
Unterschiedliche Vorstellungen mehrerer Eigentümer oder Mieter
Sanierung im laufenden Betrieb mit Rücksicht auf Bewohner
Überraschungen beim tatsächlichen Ist-Zustand der Substanz
Begrenzter Platz für Baustelleneinrichtung und Materiallagerung
Auflagen zu Brandschutz, Schallschutz und Barrierefreiheit
Koordination einer großen Menge an Gewerken
Hoher Aufwand bei der Erneuerung von Fassade, Boden und technischen Einrichtungen
Wirtschaftliche Abwägung bei stark schwankenden Energiepreisen
Eine gute Planung und transparente Kommunikation sind entscheidend, um diese Herausforderungen zu meistern.
Kosten und Wirtschaftlichkeit der Sanierung
Eine Sanierung bringt nicht nur frischen Wind in ein Haus, sondern ist auch eine finanzielle Investition. Deshalb ist es besonders wichtig, die Wirtschaftlichkeit des Projekts im Blick zu behalten. Eine sorgfältige Kalkulation zeigt Ihnen frühzeitig, welche Renovierungskosten auf Sie zukommen, welche Einsparungen möglich sind und welche Fördermöglichkeiten genutzt werden können.
Besonders bei älteren Mehrfamilienhäusern spielt auch der Wechsel von veralteten Öl- oder Gasheizungen auf moderne Systeme eine große Rolle in der Kostenplanung.
Kostenfaktoren einer Mehrfamilienhaus-Sanierung
Die Höhe der Sanierungskosten hängt stark vom Zustand des Hauses, dem Umfang der Maßnahmen und den verwendeten Materialien ab. Folgende Kostenfaktoren sollten Sie berücksichtigen:
Fassadensanierung und Dämmung
Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen
Modernisierung der Heizungsanlage (z. B. Umstieg von Öl/Gas auf Wärmepumpe)
Austausch von Bodenbelägen, Wand- und Deckenelementen
Erneuerung der Elektroinstallation und Sanitärtechnik
Modernisierung gemeinschaftlicher Einrichtungen wie Treppenhaus, Keller oder Aufzug
Beratung, Planung und Bauleitung durch Architekten oder Fachplaner
Je nach Umfang der Arbeiten können die Renovierungskosten schnell sechsstellige Beträge erreichen. Eine transparente Aufstellung hilft, das Budget realistisch zu planen.
Rentabilität der Sanierung
Trotz der Investitionen lohnt sich eine Sanierung langfristig häufig. Durch geringere Betriebskosten, steigende Mieteinnahmen oder eine Wertsteigerung der Immobilie amortisieren sich die Ausgaben nach einigen Jahren. Besonders bei energetischen Maßnahmen profitieren Sie doppelt: Sie reduzieren dauerhaft die Nebenkosten und machen das Haus attraktiver für Mieter oder Käufer. Wer gezielt plant und verfügbare Förderungen nutzt, steigert die Rentabilität deutlich.
Finanzierungsmodelle
Zur Finanzierung Ihrer Sanierung stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Neben klassischen Bankdarlehen können auch öffentliche Programme genutzt werden, die auf energetische Maßnahmen spezialisiert sind. Wichtig: Viele Förderungen müssen vor Beginn der Baumaßnahmen beantragt werden.
| Finanzierungsmodell | Beschreibung | Besonderheit |
| Klassischer Bankkredit | Standarddarlehen mit festen Zinsen | Bonitätsabhängig |
| KfW-Förderkredit (261/262) | Kredit für energieeffiziente Sanierungen | Mit Tilgungszuschuss möglich |
| BAFA-Zuschuss | Zuschuss für Einzelmaßnahmen (z. B. neue Heizung) | Keine Rückzahlung erforderlich |
| Steuerliche Förderung (§35c) | Abzugsfähig bei der Einkommensteuer | Bis zu 20 % der Sanierungskosten absetzbar |
| Eigenkapital | Finanzierung durch eigene Mittel | Geringere Kreditbelastung |
Mit einer passenden Finanzierung und der richtigen Förderung sichern Sie nicht nur die Umsetzung der Sanierung, sondern auch deren wirtschaftlichen Erfolg.
Vergleich: Sanierung von Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus
Ein häufiger Fehler ist es, die Sanierung eines Einfamilienhaus mit der eines Mehrfamilienhauses gleichzusetzen. Doch durch die Vielzahl an Wohneinheiten, technischen Anlagen und größeren Quadratmeter-Zahlen ist der Planungs- und Kostenaufwand bei einem Mehrfamilienhaus deutlich höher. Auch Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz greifen bei größeren Gebäuden strenger, besonders wenn mehrere Wohneinheiten energetisch modernisiert werden. Eine professionelle Renovierung erfordert daher nicht nur einen besseren Überblick über alle Maßnahmen, sondern auch gezielte Fachplanung – etwa für die Dachdämmung, die gemäß Gebäudeenergiegesetz bestimmte U-Werte erfüllen muss. Je mehr Quadratmeter Fläche betroffen sind, desto lohnender ist die Investition in nachhaltige Technologien, die im Einfamilienhaus oft weniger effektiv skalieren. Deshalb gilt: Eine umfassende Renovierung braucht klare Ziele, Übersicht über die Wohneinheiten und genaue Kenntnisse der gesetzlichen Vorgaben – insbesondere aus dem Gebäudeenergiegesetz.
Nachhaltigkeit und zukünftige Entwicklungen
Die Sanierung eines Mehrfamilienhauses ist nicht nur eine Investition in die Gegenwart, sondern auch in die Zukunft. Nachhaltigkeit gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Wohngebäude so zu modernisieren, dass sie möglichst ressourcenschonend, energieeffizient und langlebig sind. Dazu zählen etwa der Einsatz ökologischer Baustoffe, eine hohe Energieeinsparung und die Integration intelligenter Haustechnik.
Ein wachsender Trend sind sogenannte „Smart Buildings“, bei denen Sensoren und digitale Systeme den Energieverbrauch optimieren. Auch neue Dämmmaterialien, 3D-gedruckte Bauelemente oder modulare Bauweisen spielen in der zukünftigen Sanierungspraxis eine immer größere Rolle. Besonders spannend ist die Kombination aus Photovoltaik, Stromspeicherung und intelligenter Steuerung – sie ermöglicht eine weitgehende Unabhängigkeit von externen Energiequellen.
Zudem wird die Dokumentation von Sanierungsmaßnahmen wichtiger. Immer mehr Eigentümer erstellen digitale Gebäudepässe oder stellen relevante Informationen als PDF zur Verfügung. Diese beinhalten etwa Energieausweise, Fördermittelübersichten oder technische Pläne. Das erleichtert spätere Wartungen und schafft Transparenz gegenüber Mietern, Käufern oder Behörden.
Langfristig wird Nachhaltigkeit zur Norm im Bauwesen. Wer schon heute zukunftsorientiert saniert, profitiert nicht nur ökologisch, sondern sichert sich auch klare Vorteile im Hinblick auf Wertentwicklung und gesetzliche Anforderungen.
Fazit
Die Sanierung eines Mehrfamilienhauses erfordert eine präzise Planung, fundierte Entscheidungen und einen langen Atem. Doch der Aufwand lohnt sich, denn wer systematisch vorgeht und die Sanierung gut strukturiert angeht, steigert nicht nur den Wohnkomfort und den Wert der Immobilie, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.
Von der Analyse des Ist-Zustands über die Auswahl geeigneter Sanierungsmaßnahmen bis hin zur Integration moderner Technologien. Eine sorgfältige Abstimmung aller Beteiligten, die richtige Finanzierung und die Nutzung staatlicher Förderprogramme helfen, die Renovierungskosten im Rahmen zu halten und wirtschaftlich klug zu investieren.
Insbesondere bei Themen wie Energieeffizienz, Smart Home und erneuerbaren Energien zeigt sich: Zukunftsorientierte Sanierungen sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität eines Hauses, sowohl am Mietmarkt als auch bei einem möglichen Verkauf.
Dieser Ratgeber bietet Ihnen die Inhalte, die Sie benötigen, um Ihr Sanierungsvorhaben strukturiert, nachhaltig und erfolgreich umzusetzen. Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für Ihre Entscheidungen und gestalten Sie Ihr Wohngebäude zukunftssicher, effizient und wertbeständig.
FAQs zum Thema „Mehrfamilienhaus sanieren“
Die Kosten hängen stark vom Zustand des Hauses, dem Umfang der Maßnahmen und den gewählten Materialien ab. Bei einer Komplettsanierung können 1.000 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche anfallen. Einzelmaßnahmen wie die Dämmung oder der Heizungstausch sind günstiger, bringen aber ebenfalls hohe Effekte.
Es stehen mehrere staatliche Förderprogramme zur Verfügung. Besonders relevant sind die KfW-Förderkredite (zum Beispiel 261/262) und Investitionszuschüsse, sowie BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen. Auch steuerliche Förderungen nach §35c EStG können genutzt werden.
Nein. Auch gezielte Einzelmaßnahmen wie der Austausch der Heizung, die Dämmung der Fassade oder der Einbau neuer Fenster können sinnvoll sein. Ob eine Teilsanierung oder eine umfassende Kernsanierung angebracht ist, hängt vom Zustand des Gebäudes und den gesetzlich vorgeschriebenen Standards ab.
Die Dauer variiert je nach Umfang. Kleinere Maßnahmen können wenige Wochen beanspruchen, eine vollständige Sanierung mit mehreren Gewerken dauert in der Regel 6 bis 18 Monate. Bei Sanierungen im bewohnten Zustand verlängert sich die Bauzeit meist durch zusätzliche Abstimmungen und Rücksichtnahme auf die Mieter.
Eine klassische Sanierung umfasst allgemeine Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Modernisierung des Gebäudes, etwa neue Böden, Bäder oder Elektroinstallationen. Eine energetische Sanierung zielt gezielt auf die Verbesserung der Energieeffizienz ab, zum Beispiel durch Dämmung, neue Fenster oder den Austausch alter Heizsysteme.
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Autor
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen seit 2018 an, um Andere bei Ihren Hausbau- und Sanierungsprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. (ARD, RTL Punkt 12, n-tv, SZ, Welt, Süddeutsche) Mit seinem Büchern war er mehrfach auf der Spiegel Bestseller Liste. Sein aktuelles Buch „Sanieren – Renovieren – Modernisieren“ gibt über 100 Tipps für die Bauherren, die mit hoher Qualität und zum besten Preis-Leistungsverhältnis sanieren wollen. Sein Team und er prüfen deutschlandweit Immobilien, die saniert werden müssen.