Kellersanierung: Maßnahmen, Kosten und Förderung im Überblick
Ein feuchter Keller ist eines der häufigsten Probleme in Altbauten – und eines der unterschätztesten. Was zunächst wie ein optischer Mangel wirkt, ist oft der Beginn ernsthafter Bauschäden: Schimmelbildung, morsches Mauerwerk, Salzausblühungen an den Kellerwänden und im schlimmsten Fall ein strukturell geschwächtes Fundament. Die Gründe für eine Kellersanierung liegen auf der Hand: Feuchtigkeit im Keller kann als Folge nicht nur zu Schimmel, sondern auch zu erheblichen Bauschäden und Gesundheitsrisiken führen. Eine Kellersanierung ist in solchen Fällen keine Frage des Komforts, sondern des Werterhalts des gesamten Gebäudes.
Die gute Nachricht: Das Thema Kellersanierung ist eine umfassende Aufgabe, bei der gezielt gegen Feuchteschäden und das Risiko eines Wasserschadens vorgegangen werden muss. Eine Kellersanierung lässt sich in den meisten Fällen gezielt und kosteneffizient durchführen, wenn die Ursache der Feuchtigkeit korrekt diagnostiziert wird. Wer blind dämmt oder abdichtet, ohne die eigentliche Schadensquelle zu kennen, gibt Geld aus – und löst das Problem trotzdem nicht. Mit einer fachgerechten Kellersanierung kann aus einem feuchten Keller zudem ein schöner und nutzbarer Wohnraum entstehen.
Schnelleinstieg: Die wichtigsten Punkte
Häufigste Ursache: Feuchtigkeit im Keller entsteht durch drückendes Wasser, aufsteigende Feuchte, Kondensation oder defekte Abdichtungen
Kosten variieren stark: Einfache Innenabdichtungen beginnen ab ca. 50–80 €/m², aufwendige Außenabdichtungen können 500–1.000 €/m² Kellerwandfläche erreichen
Innen oder außen: Die Wahl der Sanierungsmethode hängt vom Schadenstyp, der Zugänglichkeit der Kelleraußenwände und dem Budget ab
Förderung möglich: KfW-Zuschüsse über die BEG greifen, wenn die Kellersanierung energetische Maßnahmen wie eine Kellerdeckendämmung umfasst
Fachbetrieb erforderlich: Bei Abdichtung, Schimmelbeseitigung und Außendämmung sind Fachleute nicht nur empfehlenswert, sondern für Fördermittel oft Pflicht
Was ist eine Kellersanierung?
Eine Kellersanierung umfasst alle baulichen Maßnahmen, die darauf abzielen, Feuchtigkeitsschäden zu beheben, den Keller energetisch zu ertüchtigen oder ihn in nutzbaren Wohnraum umzuwandeln. Der Begriff ist weit gefasst: Er schließt einfache Innenanstriche mit Sperrputz ebenso ein wie aufwendige Freilegungen der Kelleraußenwände mit Bitumenbeschichtung und Perimeterdämmung. Zu diesen Maßnahmen zählen verschiedene Sanierungsmaßnahmen, die sowohl präventiv als auch reparierend sein können.
Das Sanierungskonzept hängt immer vom Ausgangszustand des Kellers, der Art der Feuchtigkeitsbelastung und dem angestrebten Nutzungsziel ab. Ein Keller, der künftig als Lagerraum dienen soll, braucht eine andere Sanierung als einer, der zur Wohnfläche ausgebaut werden soll. Die Wahl des Wandbelags hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkung der Kellerwände.
Feuchter Keller: Ursachen erkennen, bevor saniert wird
Bevor eine Kellersanierung beginnt, steht die Ursachenanalyse. Die Art der Feuchtigkeit bestimmt, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche nicht. In vielen Altbauten liegt eine Kombination mehrerer Ursachen vor, was die Diagnose erschwert und eine fachkundige Bestandsaufnahme unerlässlich macht.
Häufige Ursachen für Feuchtigkeit im Keller
Ein Fachbetrieb für Keller- und Abdichtungstechnik kann mit Feuchtigkeitsmessungen und Bauzustandsanalysen verlässliche Diagnosen stellen. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Schadensquellen:
Aufsteigende Feuchte: Wasser dringt kapillar durch das Mauerwerk von unten auf, besonders in Altbauten ohne horizontale Abdichtung
Drückendes Wasser: Bei hohem Grundwasserstand oder Hanglagen drückt Wasser von außen gegen die Kellerwände
Nicht drückendes Sickerwasser: Regenwasser, das im Erdreich versickert und seitlich an den Kelleraußenwänden eindringt
Kondensationsfeuchtigkeit: Warme, feuchte Luft trifft auf kalte Kellerwände und kondensiert – oft durch falsches Lüften verursacht
Defekte Abdichtungen: Risse im Mauerwerk, verrottete Bitumenbahnen oder undichte Rohrdurchführungen
Eine fachgerechte Kellerabdichtung ist entscheidend, um das Eindringen von Feuchtigkeit und Wasser zu verhindern und so Feuchtigkeitsschäden im Keller langfristig vorzubeugen.
Kellersanierung von innen vs. von außen – Was ist sinnvoller?
Die Entscheidung zwischen Innen- und Außensanierung ist eine der zentralen Fragen jeder Kellersanierung. Beide Varianten haben ihre Berechtigung – je nach Schadensbild, Zugänglichkeit und Budget. Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Entscheidend ist immer die Ursache der Feuchtigkeit und der angestrebte Nutzungszweck des Kellers.
Kellersanierung von innen
Die Innensanierung ist die kostengünstigere und weniger aufwendige Option. Sie eignet sich, wenn die Kelleraußenwände nicht zugänglich sind (dicht bebautes Grundstück, Grenzbebauung), die Feuchtigkeitsbelastung gering bis mittel ist oder der Keller ausschließlich als Lager- bzw. Abstellraum genutzt werden soll.
Typische Maßnahmen bei der Innensanierung sind das Aufbringen von Sperrputzen, Dichtschlämmen oder Injektionsverfahren. Das Ramm-Riffelblechverfahren ist eine bewährte Methode, bei der in das Mauerwerk eingebrachte Blechprofile eine mechanische Horizontalsperre bilden – es unterbricht die kapillare Feuchtigkeitsleitung im Bereich der Bodenplatte.
Vorteile der Innensanierung:
Deutlich geringere Kosten gegenüber der Außensanierung
Keine Erdarbeiten, kein Aushub – weniger Aufwand und Baulärm
Auch bei schwer zugänglichen Kelleraußenwänden (Grenzbebauung) möglich
Kürzere Bauzeit, in der Regel wenige Tage bis eine Woche
Kombinierbar mit Trockenbau und Innendämmung für Wohnraumausbau
Nachteile der Innensanierung:
Beseitigt die Ursache nicht – der Feuchtigkeitsdruck von außen bleibt bestehen
Bei drückendem Wasser oder hohem Grundwasserstand nur eine Übergangslösung
Innenwand verliert durch Aufbau von Dichtschichten und Dämmvorsatz an Raumtiefe
Ohne korrekte Ausführung besteht Schimmelrisiko hinter der neuen Schicht
Keine Verbesserung des Wärmeschutzes der Kelleraußenwand
Kellersanierung von außen
Die Außensanierung ist aufwendiger, aber die nachhaltigere Lösung. Dabei werden die Kelleraußenwände freigelegt, gereinigt, neu abgedichtet (z. B. mit Bitumendickbeschichtung oder mineralischen Dichtungsschlämmen) und mit einer Perimeterdämmung versehen. Anschließend wird eine Drainage verlegt, die Schichtenwasser kontrolliert ableitet.
Sie ist die bevorzugte Methode, wenn drückendes Wasser vorliegt, ein Wohnraumausbau im Keller geplant ist oder eine frühere Innensanierung keine dauerhaften Ergebnisse gebracht hat.
Vorteile der Außensanierung:
Beseitigt die Schadensursache dauerhaft an der Quelle
Schützt die gesamte Kelleraußenwand vor Feuchtigkeit und Frost
Perimeterdämmung verbessert gleichzeitig den Wärmeschutz des Kellergeschosses spürbar
Voraussetzung für einen dauerhaft trockenen Wohnkeller
Lange Lebensdauer bei fachgerechter Ausführung (mehrere Jahrzehnte)
Nachteile der Außensanierung:
Deutlich höhere Kosten durch Erdarbeiten, Aushub und Geländewiederherstellung
Nicht immer möglich – bei Grenzbebauung oder engen Grundstücksverhältnissen eingeschränkt
Längere Bauzeit (1–3 Wochen je nach Umfang)
Einschränkungen auf dem Grundstück während der Bauphase (Garten, Zufahrten, Bepflanzung)
Höherer Planungsaufwand, Baugenehmigung ggf. erforderlich
Kellersanierung bei Schimmel – Was ist zu beachten?
Schimmel im Keller ist nicht nur ein optisches Problem. Besonders in Kellerräumen ist die richtige Dämmung und Schimmelvermeidung entscheidend, um die Risiken von Schimmelbildung zu minimieren und die Wärmedämmung sowie den Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit zu verbessern. Schimmelpilze geben Sporen ab, die sich über Treppenaufgänge und Lüftungsschlitze in der gesamten Wohnfläche verteilen können. Bei gesundheitlich sensiblen Personen kann das zu ernsthaften Atemwegserkrankungen führen. Entscheidend ist: Schimmel entfernen allein genügt nicht. Wer nur streicht oder schleift, ohne die Ursache zu beheben, wird das Problem in wenigen Wochen oder Monaten zurückhaben.
Schritt-für-Schritt: Schimmelbekämpfung im Keller
Eine wirksame Schimmelbekämpfung im Rahmen der Kellersanierung gelingt am besten mit einer klaren Schritt-für-Schritt-Anleitung. Im Folgenden finden Sie eine Anleitung, die die wichtigsten Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge beschreibt:
Ursachenanalyse (Kondensation, Feuchteeintrag von außen, defekte Leitungen?)
Professionelle Schimmelbeseitigung durch Fachbetrieb – bei größerem Befall (ab ca. 0,5 m²) zwingend empfohlen
Abdichtung der Feuchtigkeitsquelle
Verbesserung der Kellerbelüftung oder Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage
Gegebenenfalls Innendämmung der Kellerdecke oder -wände, um Taupunktproblemen vorzubeugen
Kellerdämmung: Kellerdecke, Kellerwand und Kelleraußenwand
Die Dämmung des Kellers ist häufig ein eigenständiger Bestandteil der Kellersanierung – oder wird im Zuge einer Außensanierung mitgemacht. Eine effektive Isolierung der Kellerwände und Heizungsrohre schützt vor Wärmeverlust und Feuchtigkeit, was die Energieeffizienz des Gebäudes deutlich verbessert. Die Auswahl der richtigen Materialien ist entscheidend, um eine optimale Dämmwirkung zu erzielen und Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Auch das Dach spielt eine wichtige Rolle für die Energieeffizienz des Hauses, da eine gute Dachdämmung in Kombination mit einer Kellersanierung den Wärmeverlust weiter reduziert. Welcher Bereich gedämmt wird, hängt davon ab, ob der Keller beheizt werden soll. Eine feuchte Kellerwand hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit und sorgt für eine schlechte Wärmedämmung. Die Wärmedämmung des Kellers kann den Energieverbrauch der Immobilie um bis zu 10 % senken. Die drei relevanten Dämmbereiche unterscheiden sich in Aufwand, Kosten und energetischem Nutzen deutlich voneinander.
Kellerdeckendämmung
Bei einem unbeheizt genutzten Keller ist die Dämmung der Kellerdecke (= Fußboden des Erdgeschosses) die wirtschaftlich sinnvollste Maßnahme. Sie reduziert den Wärmeverlust nach unten und verbessert den Wohnkomfort im darüber liegenden Stockwerk spürbar. Dämmstoffe für die Kellerdecke sind Mineralwolle, Hartschaum (EPS/XPS) oder Holzfaserdämmplatten. Die Montage erfolgt in der Regel als Untersparrendämmung oder geklebt an der Kellerdeckenuntersicht.
Kellerwanddämmung von innen
Wird der Keller als Wohnraum ausgebaut, empfiehlt sich eine Innendämmung der Kellerwände. Dabei wird vor der Rohwand ein Dämmvorsatz aus Trockenbauplatten oder Dämmputz aufgebracht. Vor der Innendämmung muss die Wand vollständig trocken und schimmelfrei sein, sonst werden Schäden eingedämmt – im wörtlichen Sinne.
Kelleraußenwanddämmung (Perimeterdämmung)
Bei einer Außensanierung wird an den freigelegten Kelleraußenwänden eine Perimeterdämmung angebracht. Diese besteht aus druckfesten, feuchtigkeitsunempfindlichen Dämmstoffen wie XPS oder Schaumglas. Perimeterdämmung schützt die Abdichtung vor mechanischen Beschädigungen und verbessert den Wärmeschutz des Kellergeschosses dauerhaft.
Kellersanierung im Altbau – Besonderheiten
Altbauten stellen bei der Kellersanierung besondere Anforderungen. Kellerwände in Altbauten sind vielfältigen Beanspruchungen wie Erdpressung, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt, was die Notwendigkeit einer robusten Abdichtung unterstreicht. Viele Gebäude aus der Zeit vor 1950 besitzen keine oder nur mangelhafte horizontale Abdichtungen im Mauerwerk. Natursteinmauerwerk, Klinker oder Ziegelmauerwerk reagiert anders auf Feuchtigkeitsbeanspruchungen als moderne Baustoffe. Vor jeder Sanierungsmaßnahme im Altbau sollten folgende Punkte geklärt sein:
Mauerwerksanalyse: Welches Baumaterial liegt vor, wie ist der Zustand der Fugen und der Verputzung?
Salzgehalt der Wände: Salzausblühungen (weiße Krusten an den Kellerwänden) sind Zeichen für intensive Feuchtigkeitsbelastung in der Vergangenheit – das Salz bindet weitere Feuchtigkeit und erschwert die Sanierung
Statik: Bei tief reichenden Rissen oder stark geschädigtem Mauerwerk ist vor der Abdichtung eine statische Begutachtung erforderlich
Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind nicht alle Sanierungsmethoden zulässig – Abstimmung mit der zuständigen Behörde ist Pflicht
Kellersanierung Kosten – Was kostet eine Kellersanierung?
Die Kosten einer Kellersanierung hängen vom Umfang, gewähltem Verfahren, Kellergröße und regionalem Preisniveau ab. Eine Kellersanierung kann oft bei Kosten ab etwa 15.000 Euro beginnen. Die größten Kostenfaktoren sind in der Regel die Trocknung und die Abdichtung des feuchten Kellers. Für einen 120 Quadratmeter großen Keller liegen die Gesamtkosten üblicherweise zwischen 24.000 und 60.000 Euro. Die Finanzierung einer Kellersanierung kann über einen Modernisierungskredit oder einen Wohnkredit erfolgen. Besonders wenn der Kellerraum als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden soll, ist eine professionelle Sanierung entscheidend, um Feuchtigkeit zu vermeiden, Energiekosten zu senken und die Wohnqualität zu steigern. Die folgenden Richtwerte geben eine Orientierung – verbindliche Aussagen liefert nur ein Fachbetrieb nach Vor-Ort-Besichtigung.
| Maßnahme | Kosten (Richtwert) |
| Innenabdichtung mit Dichtschlämme | 50–120 €/m² Wandfläche |
| Injektionsverfahren (Horizontalsperre) | 80–180 €/m Mauerwerksbreite |
| Außenabdichtung inkl. Erdarbeiten | 400–1.000 €/m² Kelleraußenwand |
| Kellerdeckendämmung (Montage + Material) | 30–80 €/m² |
| Perimeterdämmung (XPS, inkl. Einbau) | 60–150 €/m² |
| Schimmelbeseitigung (Fachbetrieb) | 200–600 € pro Raum (abhängig vom Befall) |
| Komplette Kellerdecke inkl. Trockenbau | 80–180 €/m² |
| Komplettpaket Außensanierung (100 m² Keller) | 15.000–40.000 € gesamt |
Kellersanierung Kosten pro m²
Als grobe Faustformel gilt: Eine einfache Kellerinnenabdichtung kostet 50–120 €/m², eine vollständige Außensanierung mit Perimeterdämmung und Drainage 500–1.000 €/m² Kelleraußenwandfläche. Kommt ein Wohnraumausbau mit Trockenbau, Elektro, Estrich und Heizung hinzu, steigen die Gesamtkosten pro Quadratmeter Wohnfläche auf 400–900 €.
Kellersanierung Förderung – KfW und BEG
Kellersanierungen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördern. Die KfW und das BAFA wickeln die Förderprogramme ab. Reine Abdichtungsmaßnahmen ohne energetischen Nutzen sind davon ausgenommen – förderfähig sind ausschließlich Maßnahmen, die nachweislich die Energieeffizienz des Gebäudes verbessern.
Welche Kellersanierungsmaßnahmen sind förderfähig?
Gefördert werden Maßnahmen mit eindeutigem energetischem Nutzen über die BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM):
Kellerdeckendämmung: Förderquote derzeit bis zu 15 % der förderfähigen Kosten, bei Kombination mit iSFP (individuellem Sanierungsfahrplan) bis zu 20 %
Perimeterdämmung: Förderfähig als Teil der Außenwanddämmung oder Kellerdeckendämmung
Heizungsmodernisierung in Verbindung mit Keller-Wärmedämmung: ebenfalls BEG-förderfähig
Reine Abdichtungsmaßnahmen ohne energetische Komponente (z. B. Injektionsverfahren gegen aufsteigende Feuchte) werden nicht über KfW oder BEG gefördert. Hier können ggf. regionale Förderprogramme der Länder oder Kommunen greifen.
Kellersanierung KfW – Antragstellung
Der KfW-Förderantrag für Einzelmaßnahmen (BEG EM, Programm 458) muss vor Baubeginn gestellt werden. Eine nachträgliche Bewilligung ist nicht möglich. Die Einbindung eines zugelassenen Energieberaters (Energieeffizienz-Experten der Deutschen Energie-Agentur dena) ist für die meisten BEG-Maßnahmen Pflicht. Der Ablauf im Überblick:
Energieberater einbinden (Pflicht für BEG-Förderung)
Angebot von Fachbetrieb einholen
Antrag über KfW-Zuschussportal stellen
Auf Zusage warten, dann Auftrag erteilen
Nach Fertigstellung: Verwendungsnachweis einreichen
Kellersanierung selbst machen – Was ist möglich?
Einfache Maßnahmen wie das Aufbringen von Dichtschlämmen auf trockene, schimmelfreie Kellerwände lassen sich von handwerklich versierten Heimwerkern selbst durchführen. Auch der Einbau einer einfachen Kellerdeckendämmung (z. B. geklebte Dämmplatten) ist mit entsprechendem Know-how machbar. Für diese Arbeiten gibt es zahlreiche hilfreiche Tipps, die Heimwerkern die Eigenleistung bei der Kellersanierung erleichtern. Eigenleistung kann die Gesamtkosten bei einfachen Maßnahmen deutlich senken.
Nicht geeignet für Eigenleistung sind hingegen Außensanierungen mit Erdarbeiten und Drainage, Injektionsverfahren zur Horizontalsperre (erfordern Spezialgeräte), Schimmelbeseitigung bei größerem Befall sowie alle Maßnahmen im Rahmen von KfW/BEG-Förderanträgen, bei denen Fachbetrieb und Energieberater Pflicht sind. Wer ohne ausreichende Fachkenntnis an Abdichtung oder Mauerwerk arbeitet, riskiert Folgeschäden, die teurer sind als die ursprüngliche Sanierung.
Kellersanierung Checkliste – Schritt für Schritt
Eine strukturierte Vorgehensweise schützt vor Fehlentscheidungen und unnötigen Ausgaben. Die folgende Checkliste dient als praktische Anleitung und führt durch alle Phasen der Kellersanierung – von der ersten Bestandsaufnahme bis zum Fördernachweis:
Bestandsaufnahme: Feuchtigkeitsmessungen, Schadensbilder dokumentieren, Ursachen identifizieren
Zielfestlegung: Soll der Keller als Lagerraum, Arbeitsraum oder Wohnraum genutzt werden?
Sanierungskonzept erstellen: In- oder Außensanierung? Dämmung? Trockenbau?
Fachbetrieb auswählen: Mindestens drei Angebote einholen, Referenzen prüfen
Förderantrag stellen (vor Baubeginn!): Energieberater einbinden, KfW-Antrag über BEG EM
Maßnahmen umsetzen: Reihenfolge einhalten – erst Abdichten, dann Dämmen, dann Trockenbau
Qualitätskontrolle: Abnahme durch Energieberater, Feuchtigkeitsmessung nach Abschluss
Verwendungsnachweis einreichen: Für KfW/BEG nach Fertigstellung
Wie lange dauert eine Kellersanierung?
Die Dauer hängt stark vom Umfang der Maßnahmen ab. Einfache Innenabdichtungen sind in wenigen Tagen erledigt, während eine vollständige Außensanierung mit Erdarbeiten und anschließendem Trockenbau mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Hinzu kommt die Trocknungszeit: Nach einer Innenabdichtung muss der Kellerwandputz vollständig austrocknen, bevor weitere Maßnahmen folgen können – je nach Jahreszeit und Belüftung können das mehrere Wochen sein.
| Maßnahme | Dauer (Richtwert) |
| Innenabdichtung (kleiner Keller, ca. 40 m²) | 1–3 Tage |
| Injektionsverfahren | 1–2 Tage |
| Außensanierung inkl. Erdarbeiten | 1–3 Wochen |
| Kompletter Kellerausbau zum Wohnraum | 4–10 Wochen |
Fazit
Eine Kellersanierung ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für die Bausubstanz eines Gebäudes. Feuchtigkeit im Keller ist selten ein rein kosmetisches Problem – sie greift das Mauerwerk an, begünstigt Schimmelbildung und kann langfristig die Statik des gesamten Hauses beeinträchtigen. Wer frühzeitig handelt und die Ursache korrekt diagnostiziert, spart gegenüber einer Sanierung mit fortgeschrittenen Schäden erheblich.
Die Wahl zwischen Innen- und Außensanierung hängt immer vom individuellen Schadensbild ab. Für dauerhaften Schutz – insbesondere bei drückendem Wasser oder geplanter Wohnraumnutzung – ist die Außenabdichtung mit Perimeterdämmung die überlegene Lösung. Im Neubau sind optimale Kellerabdichtungen möglich, etwa durch den Bau eines wasserdichten Kellers aus wasserundurchlässigem Beton. Für energetische Maßnahmen wie die Kellerdeckendämmung stehen über die KfW-BEG attraktive Fördermöglichkeiten bereit, die die Investition spürbar reduzieren können.
FAQ – Häufige Fragen zur Kellersanierung
Eine Kellersanierung ist sinnvoll, sobald Feuchtigkeit, Schimmel oder Salzausblühungen sichtbar sind, die Bausubstanz des Hauses beeinträchtigt wird oder der Keller als Wohnraum oder dauerhafter Arbeitsraum genutzt werden soll. Auch im Rahmen einer energetischen Gesamtsanierung lohnt sich die Kellerdeckendämmung in fast jedem Fall.
Einfache Innenabdichtungen beginnen bei ca. 50–80 €/m² Wandfläche, aufwendige Außensanierungen mit Perimeterdämmung kosten 500–1.000 €/m² Kelleraußenwandfläche. Die Kellerdeckendämmung liegt bei 30–80 €/m² Deckenfläche.
Energetische Maßnahmen wie die Kellerdeckendämmung oder Perimeterdämmung werden über die KfW-BEG Einzelmaßnahmen (Programm 458) mit Zuschüssen von bis zu 15–20 % der förderfähigen Kosten gefördert. Reine Abdichtungsmaßnahmen sind nicht förderfähig.
Wenn drückendes Grundwasser vorliegt, die Kelleraußenwände bereits erhebliche Schäden aufweisen oder eine Innensanierung bereits erfolglos war, ist die Außensanierung die einzig nachhaltige Lösung. Auch bei einem geplanten Wohnraumausbau im Kellergeschoss sollte die Außenabdichtung bevorzugt werden.
Schimmelpilze können Mykotoxine und Sporen freisetzen, die bei dauerhafter Exposition Atemwegserkrankungen, Allergien und andere Gesundheitsprobleme verursachen. Keller sind häufig über Treppenaufgänge mit dem Wohnbereich verbunden – Schimmelbefall im Keller ist daher immer auch ein Thema für das gesamte Wohnklima des Hauses.
Einfache Maßnahmen wie das Aufbringen von Dichtschlämmen oder die Montage einer Kellerdeckendämmung sind für handwerklich versierte Heimwerker machbar. Außensanierungen, Injektionsverfahren, größere Schimmelbeseitigungen und alle Maßnahmen mit KfW/BEG-Förderung erfordern zwingend einen Fachbetrieb.
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Autor
Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen seit 2018 an, um Andere bei Ihren Hausbau- und Sanierungsprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. (ARD, RTL Punkt 12, n-tv, SZ, Welt, Süddeutsche) Mit seinem Büchern war er mehrfach auf der Spiegel Bestseller Liste. Sein aktuelles Buch „Sanieren – Renovieren – Modernisieren“ gibt über 100 Tipps für die Bauherren, die mit hoher Qualität und zum besten Preis-Leistungsverhältnis sanieren wollen. Sein Team und er prüfen deutschlandweit Immobilien, die saniert werden müssen.