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Einblasdämmung: Kosten, Materialien, Förderung und Anwendungsbereiche im Überblick

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Die Einblasdämmung gehört zu den effizientesten Methoden, um Bestandsgebäude nachträglich zu dämmen. Gerade dort, wo herkömmliche Platten oder Matten nicht eingebaut werden können, spielt das Einblasverfahren seine Stärken aus. Hohlwände, Dachböden und Zwischensparren lassen sich damit erreichen, ohne die Konstruktion aufwändig zu öffnen.

Besonders im Altbau hat sich die Einblasdämmung als wirtschaftlich sinnvolle Alternative etabliert. Die Bausubstanz bleibt weitgehend erhalten, die Wohnfläche wird nicht reduziert, und der Eingriff ist vergleichsweise gering. Gleichzeitig lassen sich mit einer fachgerecht ausgeführten Einblasdämmung erhebliche Heizkosten einsparen und der U-Wert der gedämmten Bauteile deutlich verbessern.

Bei einer geplanten Sanierung sollten neben den Kosten auch die verfügbaren Förderprogramme bekannt sein. Durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) lassen sich die Investitionskosten spürbar senken.

Schnelleinstieg: Die wichtigsten Punkte

  • Einsatzbereiche: Die Einblasdämmung eignet sich für Dachböden, Hohlwände, Zwischensparren, Geschossdecken und Kellerdecken, überall dort, wo eine nachträgliche Dämmung ohne großen Rückbau möglich sein soll.

  • Kosten pro m²: Je nach Material und Bauteil liegen die Kosten der Einblasdämmung typischerweise zwischen 20 und 60 Euro pro m², inklusive Verarbeitung durch einen Fachbetrieb.

  • Gängige Materialien: Zellulose, Mineralwolle, Glaswolle und Perlit kommen zum Einsatz, jedes mit spezifischen Eigenschaften bezüglich Wärmeleitfähigkeit, Feuchteregulierung und Brandverhalten.

  • Förderung möglich: Über die BEG-Einzelmaßnahmen von BAFA oder KfW sind Zuschüsse von bis zu 15 % der förderfähigen Kosten möglich (Stand 2024, Konditionen können sich ändern).

  • Fachbetrieb empfohlen: Eine selbst durchgeführte Einblasdämmung ist technisch möglich, aber für Förderanträge und eine dauerhaft sichere Ausführung empfiehlt sich ein zertifizierter Fachbetrieb.

Was ist eine Einblasdämmung?

Die Einblasdämmung ist ein Dämmverfahren, bei dem loser Dämmstoff mithilfe einer Einblasmaschine über Bohrlöcher in Hohlräume oder Hohlschichten eines Bauteils eingebracht wird. Das Verfahren eignet sich besonders für Bereiche, die von innen oder außen nicht zugänglich sind, etwa geschlossene Hohlwände, bestehende Dachkonstruktionen oder bereits verputzte Fassaden.

Der Dämmstoff wird unter kontrolliertem Druck durch einen Schlauch gepresst und füllt den vorhandenen Hohlraum gleichmäßig aus. Nach dem Einblasvorgang werden die Bohrlöcher verschlossen und die Oberfläche wiederhergestellt. An der Bausubstanz hinterlässt die Einblasdämmung damit nur minimale Spuren.

Wie funktioniert das Einblasverfahren technisch?

Beim Einblasverfahren wird zunächst das Bauteil auf seine Eignung geprüft. Ist ausreichend Hohlraum vorhanden? Ist die Tragkonstruktion intakt? Gibt es Feuchtigkeitsprobleme, die vorab behoben werden müssen?

Anschließend werden in regelmäßigen Abständen Bohrlöcher gesetzt, deren Durchmesser je nach Verfahren zwischen 20 und 60 mm liegt. Über diese Öffnungen wird der Dämmstoff eingeblasen, bis der Hohlraum vollständig gefüllt ist. Die Dichte des eingeblasenen Materials wird dabei so gewählt, dass späteres Setzen oder Zusammenrutschen verhindert wird. Abschließend werden die Bohrlöcher mit passendem Material verschlossen.

Einblasdämmung Materialien: Welche Dämmstoffe kommen zum Einsatz?

Die Wahl des Einblasdämmstoffs beeinflusst maßgeblich die Wärmedämmleistung, die Feuchteregulierung, das Brandverhalten und letztlich auch die Kosten. Die vier am häufigsten eingesetzten Materialien im Überblick:

Einblasdämmung mit Zellulose

Zellulose-Einblasdämmung besteht aus recyceltem Altpapier und gilt als besonders nachhaltiger Dämmstoff. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,037 bis 0,040 W/(m·K), womit Zellulose im mittleren Leistungsbereich der Einblasdämmstoffe angesiedelt ist.

Ein wesentlicher Vorteil von Zellulose ist ihr kapillaraktives Verhalten. Der Stoff kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne die Dämmwirkung dauerhaft zu verlieren. Das macht ihn besonders interessant für Altbauten mit diffusionsoffenen Konstruktionen. Zellulose ist zudem schalldämmend und wird mit Borsalzen als Brandschutzmittel behandelt.

Einblasdämmung mit Mineralwolle

Mineralwolle ist als Stein- oder Glaswolle erhältlich, nicht brennbar und damit für Bereiche mit erhöhten Brandschutzanforderungen prädestiniert. Die Wärmeleitfähigkeit liegt je nach Produkt bei 0,033 bis 0,040 W/(m·K).

Einblasdämmung mit Glaswolle

Glaswolle ist eine Variante der Mineralwolle und wird aus geschmolzenem Glas hergestellt. Sie ist leicht, nicht brennbar und hat eine Wärmeleitfähigkeit von typischerweise 0,032 bis 0,040 W/(m·K). Im Einblasverfahren eignet sich Glaswolle besonders für Hohlwände und Dachbodenbereiche.

Einblasdämmung mit Perlit

Perlit ist ein vulkanisches Gestein, das durch Erhitzen aufgebläht wird und dabei eine poröse Struktur erhält. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,045 bis 0,070 W/(m·K). Damit ist Perlit weniger leistungsstark als Zellulose oder Mineralwolle, aber besonders druckfest und feuchteresistent. Für Mauerwerk und Kellerdecken ist Perlit daher eine sinnvolle Wahl.

Materialeigenschaften im Vergleich

Dämmstoff Wärmeleitfähigkeit (W/(m·K)) Brandklasse Feuchteregulierung Typischer Einsatz
Zellulose 0,037–0,040 B2 (schwerentflammbar) Kapillaraktiv Dachboden, Zwischensparren, Hohlwand
Mineralwolle 0,033–0,040 A1 (nicht brennbar) Hydrophob Brandschutz, Hohlwand, Dach
Glaswolle 0,032–0,040 A1 (nicht brennbar) Hydrophob Hohlwand, Dachboden
Perlit 0,045–0,070 A1 (nicht brennbar) Feuchteresistent Mauerwerk, Keller, Außenwand

Einblasdämmung Kosten: Was kostet das Dämmen pro m²?

Die Kosten einer Einblasdämmung setzen sich aus Materialkosten und Arbeitskosten zusammen. Hinzu kommen gegebenenfalls Nebenkosten für Gerüst, Bohren, Verfüllung der Bohrlöcher und Wiederherstellung der Oberfläche.

Kosten pro m² nach Bauteil und Material

Bauteil Dämmstoff Kosten pro m² (inkl. Einbau)
Dachboden (aufliegend) Zellulose 20–35 €
Dachboden (aufliegend) Mineralwolle 25–40 €
Zwischensparren Zellulose 30–50 €
Hohlwand / Kerndämmung Perlit 20–35 €
Hohlwand / Kerndämmung Mineralwolle 25–45 €
Außenwand (Einblas-Kerndämmung) Perlit / Mineralwolle 30–55 €
Kellerdecke Zellulose / Mineralwolle 25–45 €

Die Preise sind Richtwerte auf Basis marktüblicher Konditionen (Stand 2024). Regionale Unterschiede, Objektgröße und Zugänglichkeit beeinflussen die tatsächlichen Kosten der Einblasdämmung erheblich. Für ein Einfamilienhaus mit ca. 100 m² zu dämmender Fläche ergeben sich Gesamtkosten von etwa 2.000 bis 5.500 Euro, abhängig vom Bauteil und Dämmstoff.

Welche Faktoren beeinflussen die Einblasdämmung Preise?

Mehrere Faktoren haben direkten Einfluss auf die Gesamtkosten:

  • Zugänglichkeit: Erfordert das Bauteil ein Gerüst oder besondere Schutzvorkehrungen, steigen die Kosten.

  • Materialwahl: Perlit ist oft günstiger als Zellulose, bietet aber geringere Wärmedämmleistung.

  • Erforderliche Dämmdicke: Je nach geforderten U-Werten nach GEG muss mehr oder weniger Material eingeblasen werden.

  • Bestandszustand: Feuchte- oder Schimmelprobleme, die vor der Dämmung behoben werden müssen, erhöhen den Aufwand.

  • Regionale Lohnkosten: In Ballungsräumen liegen die Handwerkerkosten erfahrungsgemäß über dem ländlichen Durchschnitt.

Einblasdämmung U-Wert und Dicke: Wie viel Dämmung ist nötig?

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde, Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch ein Bauteil entweicht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.

GEG-Anforderungen bei der Sanierung

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei einer nachträglichen Dämmung bestimmte Maximal-U-Werte vor. Für Außenwände, Dachflächen und oberste Geschossdecken gilt jeweils ein Grenzwert von 0,24 W/(m²·K). Diese Werte sind bei der Planung der Einblasdämmung verbindlich einzuhalten.

Zusammenhang zwischen Dicke und U-Wert

Die erforderliche Dämmdicke ergibt sich aus der Wärmeleitfähigkeit des Materials und dem Ziel-U-Wert. Folgende Richtwerte gelten für eine Einblasdämmung mit Zellulose (λ = 0,040 W/(m·K)) in einer bestehenden Wand:

Dämmdicke Erreichter U-Wert (Richtwert, gedämmter Bereich)
100 mm ca. 0,35–0,40 W/(m²·K)
160 mm ca. 0,22–0,26 W/(m²·K)
200 mm ca. 0,18–0,22 W/(m²·K)
300 mm ca. 0,12–0,14 W/(m²·K)

Die tatsächlichen U-Werte hängen stets von der Gesamtkonstruktion des Bauteils ab, also auch von Innenputz, Außenwand und weiteren Schichten.

Einsatzbereiche: Wo lässt sich die Einblasdämmung anwenden?

Die Einblasdämmung ist vielseitig einsetzbar. Je nach Gebäudetyp und Bauteil unterscheiden sich Vorgehensweise, Materialwahl und der zu erwartende Aufwand erheblich.

Einblasdämmung Dachboden und Dach

Der Dachboden ist eines der häufigsten Anwendungsfelder der Einblasdämmung. Bei einem nicht ausgebauten Dachboden wird der Dämmstoff auf die oberste Geschossdecke aufgeblasen. Das ist technisch unkompliziert und kostengünstig. Typische Dämmdicken liegen hier bei 20 bis 30 cm.

Bei ausgebauten Dächern und Dachschrägen wird der Dämmstoff zwischen die Dachsparren (Zwischensparrendämmung) eingeblasen. Dazu werden Bohrlöcher entweder von innen oder von außen gesetzt. Diese Methode eignet sich besonders dann, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert wird oder eine Innenöffnung des Dachs nicht gewünscht ist.

Einblasdämmung Außenwand und Hohlwand

Viele Außenwände älterer Gebäude bestehen aus zweischaligem Mauerwerk mit einer Hohlschicht dazwischen, der sogenannten Kerndämmung. Diese Hohlschicht lässt sich durch Bohrlöcher in der Außenfassade mit Einblasdämmstoff füllen, ohne dass die Fassade aufwändig geöffnet werden muss.

Die Einblasdämmung der Außenwand setzt voraus, dass die Hohlschicht frei von Verschmutzungen, Feuchtigkeit und Fremdmaterialien ist. Ein Fachbetrieb führt vorab eine Bestandsaufnahme durch, um die Eignung der Wand zu beurteilen. Bei einschaligem Mauerwerk ohne Hohlschicht ist eine Kerndämmung nicht möglich. In solchen Fällen müssen andere Verfahren wie eine WDVS-Außendämmung gewählt werden.

Einblasdämmung Keller und Kellerdecke

Die Kellerdeckendämmung durch Einblasen eignet sich für Konstruktionen mit ausreichendem Zwischenraum, etwa bei Holzbalkendecken. Alternativ kann eine Unterseitendämmung der Kellerdecke mit Einblasdämmstoff in Hohlkastenprofile erfolgen. Da Keller häufig feucht sind, ist hier die Wahl eines feuchteresistenten Materials wie Perlit oder hydrophobierter Mineralwolle besonders wichtig.

Einblasdämmung im Altbau und Neubau

Im Altbau liegt das Hauptanwendungsfeld der Einblasdämmung. Die vorhandene Bausubstanz bleibt erhalten, Wohnfläche geht nicht verloren, und der Eingriff ist minimal. Im Neubau wird das Verfahren seltener eingesetzt, kann aber bei speziellen Holzrahmen- oder Skelettbaukonstruktionen mit vorgesehenen Hohlräumen gezielt genutzt werden.

Einblasdämmung Förderung: BEG, KfW und BAFA

Die Einblasdämmung gilt als förderfähige Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Förderung wird über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) als Zuschuss oder über die KfW als zinsgünstiges Darlehen abgewickelt.

BEG-Förderung über BAFA

Über das BAFA-Programm „BEG Einzelmaßnahmen“ (BEG EM) werden Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle gefördert. Der Grundfördersatz beträgt 15 % der förderfähigen Kosten (Stand 2024). Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Die Maßnahme muss von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

  • Die technischen Mindestanforderungen des BEG müssen erfüllt sein (U-Wert-Grenzwerte).

  • Ein Energieeffizienz-Experte (iSFP-Bonus möglich) muss die Maßnahme begleiten.

  • Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.

KfW-Förderung für Einblasdämmung

Die KfW bietet im Rahmen des Programms BEG EM (Kredit, Programmnummer 358/359) Förderdarlehen mit Tilgungszuschuss für Einzelmaßnahmen an. Die Kombination aus günstigen Zinsen und Tilgungszuschuss kann für größere Maßnahmen wirtschaftlich attraktiver sein als der reine BAFA-Zuschuss.

Die Förderbedingungen und -sätze können sich jederzeit ändern. Eine aktuelle Überprüfung vor der Antragstellung ist daher unbedingt empfehlenswert. Sowohl BAFA als auch KfW stellen auf ihren Websites aktuelle Konditionen bereit.

Einblasdämmung selber machen oder Fachbetrieb beauftragen?

Grundsätzlich ist eine Einblasdämmung in Eigenregie möglich. Einblasmaschinen lassen sich mieten, und einfache Anwendungen wie das Auffüllen eines nicht ausgebauten Dachbodens sind technisch auch für Heimwerker umsetzbar. Allerdings gibt es gewichtige Gründe, die für einen Fachbetrieb sprechen:

  • Förderanträge bei BAFA und KfW setzen die Ausführung durch einen zertifizierten Fachbetrieb voraus.

  • Die korrekte Einblasdichte ist entscheidend. Zu wenig Material führt zu Setzung, zu viel kann Konstruktionen beschädigen.

  • Feuchteschäden durch falsch geplante Dampfdiffusion können entstehen, wenn die Konstruktion nicht korrekt bewertet wurde.

  • Brandschutzanforderungen und bautechnische Nachweise erfordern dokumentierte Ausführungsqualität.

Bei größeren Sanierungsprojekten und immer dann, wenn Fördermittel beantragt werden sollen, ist ein Experte auf diesem Gebiet die verlässlichere Wahl.

Vor- und Nachteile der Einblasdämmung auf einen Blick

Die Einblasdämmung überzeugt in vielen Sanierungssituationen, hat aber auch klare Grenzen. Eine ehrliche Abwägung hilft dabei, das Verfahren dort einzusetzen, wo es seinen Stärken entsprechend zum Tragen kommt.

Vorteile

Nachteile

Einblasdämmung und Heizkosten sparen: Amortisation

Die Amortisationszeit einer Einblasdämmung hängt von der Ausgangssituation, dem Energiepreis und der erzielten Einsparung ab. Bei einer gut ausgeführten Dachbodendämmung eines Einfamilienhauses lassen sich jährlich zwischen 200 und 600 Euro Heizkosten einsparen, je nach Ausgangs-U-Wert, Dämmdicke und Heizungsart.

Bei Gesamtkosten von etwa 2.000 bis 3.500 Euro für die Dachbodendämmung und einer jährlichen Ersparnis von 300 Euro ergibt sich eine Amortisationszeit von ca. 7 bis 12 Jahren, ohne Berücksichtigung von Förderung. Mit Zuschüssen aus dem BEG-Programm verkürzt sich dieser Zeitraum entsprechend.

Die Wirtschaftlichkeit steigt mit höheren Energiepreisen und mit Maßnahmen, die besonders verlustreiche Bauteile betreffen. Eine Kellerdeckendämmung oder Dachbodendämmung bei bisher ungedämmtem Gebäude bringt in der Regel schnellere Amortisation als die Nachrüstung bereits teilgedämmter Bereiche.

Fazit

Die Einblasdämmung ist ein bewährtes und wirtschaftlich attraktives Verfahren für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Besonders im Altbau überzeugt die Methode durch minimale Eingriffe in die Bausubstanz, geringe Kosten im Vergleich zu anderen Dämmverfahren und die Möglichkeit, auch schwer zugängliche Bereiche sicher zu dämmen.

Die Kosten der Einblasdämmung liegen je nach Bauteil und Material zwischen 20 und 60 Euro pro m². Bei Nutzung der BEG-Förderung über BAFA oder KfW lassen sich die Investitionskosten spürbar reduzieren. Die Wahl des richtigen Einblasdämmstoffs, ob Zellulose, Mineralwolle, Glaswolle oder Perlit, sollte auf die spezifischen Anforderungen des Bauteils abgestimmt werden. Für förderfähige und dauerhaft sichere Ergebnisse empfiehlt sich die Beauftragung eines zertifizierten Fachbetriebs.

FAQ – Häufige Fragen zur Einblasdämmung

Nein. Eine bestehende Durchfeuchtung des Mauerwerks muss vor der Einblasdämmung vollständig behoben werden. Eingebrachter Dämmstoff in feuchten Hohlräumen verliert dauerhaft an Wärmedämmleistung und kann Schimmelbildung begünstigen. Ein Fachbetrieb prüft die Bausubstanz vor der Ausführung auf Feuchtebelastung und gibt Empfehlungen zur Vorbehandlung.

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ist die reine Einblaszeit oft innerhalb eines Tages abgeschlossen. Hinzu kommen Vorbereitungsarbeiten wie das Setzen der Bohrlöcher sowie das Verschließen und Verputzen danach. Der Gesamtaufwand liegt je nach Bauteil und Fläche typischerweise zwischen einem halben und zwei Werktagen.

Fachgerecht eingeblasene Dämmstoffe sind bei trockenen Konstruktionsverhältnissen dauerhaft stabil und müssen in der Regel nicht erneuert werden. Zellulose und Mineralwolle weisen Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten auf. Eine Erneuerung wird nur notwendig, wenn nachträglich Feuchteschäden aufgetreten sind oder die Konstruktion baulich verändert wird.

Eine vollständige Rückrüstung ist technisch möglich, aber aufwändig. Der lose Dämmstoff muss abgesaugt werden, was wiederum Öffnungen in der Konstruktion erfordert. Bei Zellulose ist dieser Vorgang etwas einfacher als bei Mineralwolle, die stärker verfilzt. In der Praxis wird eine Entfernung selten notwendig, etwa bei späteren Umbauten oder bei Feuchteschäden.

Die wichtigste Voraussetzung ist ein ausreichend dimensionierter, zugänglicher Hohlraum im zu dämmenden Bauteil. Das Mauerwerk oder die Konstruktion muss trocken und tragfähig sein. Bei Hohlwänden sollte die Hohlschicht frei von Mörtelbrücken, Schutt und Verschmutzungen sein. Bei Dächern und Decken müssen die tragenden Elemente intakt sein und die Konstruktion eine diffusionstechnisch verträgliche Einblasdämmung zulassen.

Ja, insbesondere Zellulose-Einblasdämmung hat neben der Wärmedämmwirkung auch schalldämmende Eigenschaften. Durch die dichte, hohlraumfüllende Einbringung werden Schallbrücken in der Konstruktion reduziert. Als alleinige Schallschutzmaßnahme reicht die Einblasdämmung meist nicht aus, sie verbessert jedoch den Trittschall- und Luftschallschutz spürbar, ein häufig unterschätzter Nebeneffekt.

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Autor

Technisch ausgebildet von der HWK, kaufmännisch ausgebildet von der IHK und weitergebildet im WBZ der Universität St. Gallen sowie vom Bundesverband deutscher Fertigbau, begleitet Tobias Beuler seit 2000 europaweit den Auf- und Ausbau von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern. Nachdem er jahrelang selbst auf Baustellen tätig war, bietet er sein Insiderwissen seit 2018 an, um Andere bei Ihren Hausbau- und Sanierungsprojekten zu unterstützen und ist in TV und Print als Bauexperte bekannt. (ARD, RTL Punkt 12, n-tv, SZ, Welt, Süddeutsche)  Mit seinem Büchern war er mehrfach auf der Spiegel Bestseller Liste. Sein aktuelles Buch „Sanieren – Renovieren – Modernisieren“ gibt über 100 Tipps für die Bauherren, die mit hoher Qualität und zum besten Preis-Leistungsverhältnis sanieren wollen. Sein Team und er prüfen deutschlandweit Immobilien, die saniert werden müssen.